Das Projekt "900 Jahre Bistum Lebus" ist ein Teilprojekt des Projektes "Erinnerung verbindet" (BBPL0100043), das die Stadt Seelow, die Gemeinde Słońsk (Sonnenburg) und der Heimatverein Gusow-Platkow e.V. gemeinsam realisieren. Es wird in Höhe von EUR 729.045,17 aus Mitteln der Europäischen Union (INTERREG VI A Brandenburg-Polen 2021-2027) finanziert.
Im Rahmen des Projektes fand vom 11.-13. Juni 2025 eine internationale Fachkonferenz in der Frankfurter St.-Marien-Kirche statt. Im Jahr 2026 tourt die im Rahmen des Projektes entstandene deutsch-polnische Wanderausstellung "Kunst und Architektur im Bistum Lebus. Spurensuche in einer unentdeckten Kulturlandschaft" durch die Euroregion Pro Europa Viadrina. Ende des Jahres 2026 wird ein wissenschaftlicher Sammelband erscheinen, der den aktuellen Forschungsstand zur Geschichte des Bistums Lebus dauerhaft dokumentiert.
Die Gründung des Bistum Lebus durch den polnischen Herzog Boleslaw III. vor rund 900 Jahren ist ein wichtiges Thema der grenzübergreifenden Erinnerungskultur. Das ehemalige Bistum erstreckte sich beiderseits der mittleren Oder und existierte nach Einführung der Reformation noch bis 1598. Die wechselvolle Entwicklung des Bistums zeigt sich unter anderem in den mehrmaligen, erzwungenen Wechseln des Bischofssitzes innerhalb der Diözese: zunächst von Lebus nach Göritz (Górzyca), nach der Zerstörung der dortigen Kathedrale zurück nach Lebus und schließlich nach Fürstenwalde.
Trotz seiner bewegten Geschichte und aufgrund seiner Lage am Reibungspunkt verschiedenster Einfluss- und Machtbereiche brachte das Bistum Lebus im Laufe der Jahrhunderte eine abwechslungsreiche Architektur- und Kunstlandschaft hervor. In der Nachbarschaft der drei Kathedralkirchen entstanden Bischofsresidenzen, in den Städten Pfarrkirchen mit reicher Ausstattung. Die Ritterorden der Templer und Johanniter errichteten in Lietzen, Quartschen (Chwarszczany), Lagow (Łagów) und Sonnenburg (Słońsk) ihre Niederlassungen mit Burgen und Komtureikirchen, die größtenteils bis heute erhalten sind. Die von den Lebuser Bischöfen geförderte Universität Viadrina in Frankfurt wurde zu einer wichtigen Bildungseinrichtung mit starkem Einfluss auf die kulturelle und künstlerische Entwicklung der Diözese.
Im Rahmen des Projektes „Erinnerung verbindet - Pamięć łączy“ (BBPL0100043) soll dieses wichtige Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte grenzübergreifend aufgearbeitet werden. Einen ersten Höhepunkt bildete im Juni 2025 eine in der Frankfurter Marienkirche organisierte internationale Fachtagung, bei der sich über 200 Teilnehmer aus Deutschland und Polen bau- und kunsthistorischen Fragestellungen zur Kunst im Bistum Lebus widmeten. Die dabei vorgestellten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sollen Ende 2026 in einem deutsch-polnischen Sammelband der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Des Weiteren ist eine grenzübergreifende Wanderausstellung entstanden, die der mittelalterlichen Kunst und Architektur im Bistum Lebus gewidmet ist. Die Ausstellung wird ab Januar 2026 für jeweils einen Monat in sieben polnischen sowie in fünf deutschen Städten und Gemeinden im Gebiet der Euroregion Pro Europa Viadrina Mittlere Oder e.V. präsentiert. Den Auftakt bildete die Ersteröffnung am Dienstag, den 6. Januar 2026 um 15 Uhr in der Frankfurter Marienkirche. Zur Ausstellung ist eine deutsch-polnische Begleitbroschüre erschienen.
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Restaurierungsprojekt von Gemälden
Gegenwärtig haben sich acht Gemälde aus der Sammlung des Städtischen Museums Viadrina auf eine Reise zu einer Schönheitskur begeben und werden nun restauriert.
Die Restaurierung wird möglich dank der Förderung durch den Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder. Der Freundeskreis unterstützt dankenswerter Weise die fachgerechte Restaurierung der acht Originale des Sujets „Frankfurt (Oder), eine Stadt am Fluss“.
Unter den Werken befinden sich Carl Alexander Brendels (1877–1945) Gemälde „Kühe auf den Oderwiesen“ (1913), „Pappelallee beim Eichwald“ (1924), „Buhnenkopf an der Oder“ (1930) sowie „Blick auf Frankfurt (Oder)“ (1931). Auch das Gemälde Max Heilmanns (1869–1956) „Blick von den Lebuser Bergen nach Frankfurt (Oder)“ (1926) erfährt in diesen Tagen ebenso eine Verjüngungskur wie das 1907 durch die Frankfurter Künstlerin Gertud Amdohr (1879–1943) geschaffene Werk „Frankfurt (Oder) von der Dammvorstadt aus“ und das um 1910 entstandene Gemälde „Frankfurt (Oder) von der Löweninsel aus“ von Marie Callmeyer (1866–1934).
Die größte und zugleich älteste Malerei, die in den kommenden Monaten durch die Dresdner Restauratorin Judith Steinke fachgerecht restauriert wird, ist ein im Jahr 1787 durch den Berliner Künstler Bernhard Rode (1725–1797) geschaffenes Gemälde, welches die Bergung des im Jahr 1785 in der Oder verunglückten Herzoges Leopold von Braunschweig-Wolfenbüttel (1752–1787) zeigt. Das Gemälde hing einstmals vermutlich in der St.-Marien-Kirche in Frankfurt (Oder).
Es ist geplant, dass die acht Gemälde im Spätsommer des Jahres 2024 wieder in ihrer alten Pracht im Städtischen Museum Viadrina erstrahlen.