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900 Jahre Bistum Lebus (1124/25 bis 1598)

Das Projekt "900 Jahre Bistum Lebus" ist ein Teilprojekt des Projektes "Erinnerung verbindet" (BBPL0100043), das die Stadt Seelow, die Gemeinde Słońsk (Sonnenburg) und der Heimatverein Gusow-Platkow e.V. gemeinsam realisieren. Es wird in Höhe von EUR 729.045,17 aus Mitteln der Europäischen Union (INTERREG VI A Brandenburg-Polen 2021-2027) finanziert.

Im Rahmen des Projektes fand vom 11.-13. Juni 2025 eine internationale Fachkonferenz in der Frankfurter St.-Marien-Kirche statt. Im Jahr 2026 tourt die im Rahmen des Projektes entstandene deutsch-polnische Wanderausstellung "Kunst und Architektur im Bistum Lebus. Spurensuche in einer unentdeckten Kulturlandschaft" durch die Euroregion Pro Europa Viadrina. Ende des Jahres 2026 wird ein wissenschaftlicher Sammelband erscheinen, der den aktuellen Forschungsstand zur Geschichte des Bistums Lebus dauerhaft dokumentiert.

Die Gründung des Bistum Lebus durch den polnischen Herzog Boleslaw III. vor rund 900 Jahren ist ein wichtiges Thema der grenzübergreifenden Erinnerungskultur. Das ehemalige Bistum erstreckte sich beiderseits der mittleren Oder und existierte nach Einführung der Reformation noch bis 1598. Die wechselvolle Entwicklung des Bistums zeigt sich unter anderem in den mehrmaligen, erzwungenen Wechseln des Bischofssitzes innerhalb der Diözese: zunächst von Lebus nach Göritz (Górzyca), nach der Zerstörung der dortigen Kathedrale zurück nach Lebus und schließlich nach Fürstenwalde.

Trotz seiner bewegten Geschichte und aufgrund seiner Lage am Reibungspunkt verschiedenster Einfluss- und Machtbereiche brachte das Bistum Lebus im Laufe der Jahrhunderte eine abwechslungsreiche Architektur- und Kunstlandschaft hervor. In der Nachbarschaft der drei Kathedralkirchen entstanden Bischofsresidenzen, in den Städten Pfarrkirchen mit reicher Ausstattung. Die Ritterorden der Templer und Johanniter errichteten in Lietzen, Quartschen (Chwarszczany), Lagow (Łagów) und Sonnenburg (Słońsk) ihre Niederlassungen mit Burgen und Komtureikirchen, die größtenteils bis heute erhalten sind. Die von den Lebuser Bischöfen geförderte Universität Viadrina in Frankfurt wurde zu einer wichtigen Bildungseinrichtung mit starkem Einfluss auf die kulturelle und künstlerische Entwicklung der Diözese.

Im Rahmen des Projektes „Erinnerung verbindet - Pamięć łączy“ (BBPL0100043) soll dieses wichtige Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte grenzübergreifend aufgearbeitet werden. Einen ersten Höhepunkt bildete im Juni 2025 eine in der Frankfurter Marienkirche organisierte internationale Fachtagung, bei der sich über 200 Teilnehmer aus Deutschland und Polen bau- und kunsthistorischen Fragestellungen zur Kunst im Bistum Lebus widmeten. Die dabei vorgestellten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse sollen Ende 2026 in einem deutsch-polnischen Sammelband der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Des Weiteren ist eine grenzübergreifende Wanderausstellung entstanden, die der mittelalterlichen Kunst und Architektur im Bistum Lebus gewidmet ist. Die Ausstellung wird ab Januar 2026 für jeweils einen Monat in sieben polnischen sowie in fünf deutschen Städten und Gemeinden im Gebiet der Euroregion Pro Europa Viadrina Mittlere Oder e.V. präsentiert. Den Auftakt bildete die Ersteröffnung am Dienstag, den 6. Januar 2026 um 15 Uhr in der Frankfurter Marienkirche. Zur Ausstellung ist eine deutsch-polnische Begleitbroschüre erschienen.

Bild vergrößern: Ausstellung Bistum Lebus - Plakat
Ausstellung Bistum Lebus - Plakat


WANDERAUSSTELLUNG MIT VIELEN BELEUCHTETEN FOTOTAFELN

Kunst und Architektur im Bistum Lebus
S
purensuche in einer unentdeckten Kulturlandschaft 1124 1598

Sztuka i architektura biskupstwa lubuskiego
Śladami zapomnianego dziedzictwa 1124 – 1598


Die Ausstellung war im Jahr 2026 bereits in Frankfurt (Oder), Ośno Lubuskie, Kostzyn nad Odrą, Beeskow sowie Fürstenwalde zu sehen. Sie wird gegenwärtig in Zielona Góra präsentiert.

Mit dem nachfolgenden Link erhalten Sie den Download des Ausstellungsflyers:

Ausstellungsflyer Bistum Lebus

 

Die weiteren Ausstellungsorte und Termine der Ausstellungseröffnungen:

Juli 2026:
D: Lebus, Kulturhaus – Ausstellungseröffnung: Fr, 3.7.26, 16.00 Uhr

August 2026:
PL: Międzyrzecz, Muzeum Ziemi Międzyrzeckiej – Ausstellungseröffnung: Di, 4.8.26, 13.00 Uhr

September 2026:
PL: Gorzów Wielkopolski, Wojewodschaftsbibliothek – Ausstellungseröffnung: Di, 1.9.26, 17.00 Uhr

Oktober 2026:
D: Neuzelle, Kloster – Ausstellungseröffnung: Do, 1.10.26

November 2026:
PL: Górzyca, Gminny Ośrodek Kultury – Ausstellungseröffnung: Fr, 30.10.2026

Dezember 2026:
PL: Sulęcin, Sulęciński Ośrodek Kultury Zielenzig, Kulturhaus - Ausstellungseröffnung: Do, 3.12.2026

 

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Agnieszka Lindenhayn-Fiedorowicz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt

Fotografien: Thomas Voßbeck, Berlin

Kontakt: agnieszka.lindenhayn-fiedorowicz@museum-viadrina.de

Telefon: 0335 40 15 60