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Das Museum Viadrina wird 50 Jahre alt und wir blicken mit Anerkennung und
Freude aus eine langjährige erfolgreiche Museumsarbeit in der Stadt
Frankfurt (Oder) zurück.
In den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts galt es die durch Krieg
und Brandstiftungen zerstörte Frankfurter Innenstadt wieder aufzubauen.
Die einsetzenden Bauarbeiten brachten eine ungeheure Vielzahl und Vielfalt
an Bodenfunden zu Tage, die Einblicke in das wechselvolle Geschehen der
Frankfurter Vergangenheit gestatteten.
In dieser mit vielen nachkriegsbedingten Problemen behafteten Zeit
beschloss der Frankfurter Magistrat, zur baubegleitenden archäologischen
Untersuchung und zur Sicherung der Funde die Wiedergründung eines
historischen Museums in der Stadt, nachdem Gebäude und Sammlungen des seit
1905 bestandenen Museums Opfer des Krieges geworden waren. Sowohl das
mittelalterliche Baugeschehen als auch Dinge des Alltags waren zu
dokumentieren und wichtige Erkenntnisse aus der Frühzeit der Stadt »fest
zu halten«. Die Bodenfunde wurden somit zum Schwerpunkt beim Neuaufbau der
Sammlungen und Ausstellungen.
Ebenfalls wurde gemeinsam mit Kantor Hans Stein sehr früh die Frankfurter
Musik- und Bachpflege mit der Sammlung von historischen Instrumenten und
der künstlerischen Vorstellung in der Reihe »Konzerte auf historischen
Instrumenten« (1962) begonnen. Nach der Erwerbung der
Musikinstrumenten-sammlung von Berol Kaiser Reka 1975 und weiteren
Ankäufen und Schenkungen umfasst die Sammlung heute über 500 Instrumente
der europäischen und außereuropäischen Musikkulturen.
Nach und nach erhielt das Museum weitere Räume des Junkerhauses und den
Namen »Viadrina« verliehen. Die Sammlungen und das thematische
Ausstellungsangebot konnten schrittweise erweitert werden. 1986 führte der
bauliche Zustand des Gebäudes zur Schließung des Museums.
Sonderausstellungen wurden in den Folgejahren in der ehemaligen Sakristei
und im Martyrchor der Marienkirche gezeigt. Nachdem bereits ab 1987 erste
Baumaßnahmen durchgeführt worden sind, erfolgte nach der politischen
Wende, durch große Anstrengungen der Stadt sowie mit großzügigen
Finanzierungshilfen von Bund und Land die denkmalpflegerische Sanierung
des Gebäudes und die Gestaltung der neuen Dauerausstellung. 2003, im Jahr
des 750. Gründungsjubiläums Frankfurts konnte das Museum Viadrina seine
Pforten wieder für die Besucher öffnen.
Auf das diesjährige Jubiläum sind insbesondere die Ausstellungen im April,
Mai und August sowie das Museumsfest am 25. und 26.08. ausgerichtet.
Dem Museum wünsche ich weiterhin gutes Gelingen in seiner Arbeit. Möge es
auch zukünftig zur Identitätsfindung der Frankfurter beitragen.
Martin Patzelt – Oberbürgermeister
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