50 Jahre Museum Viadrina
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Foyer des Junkerhauses, 1965

 

 

Eingangsportal, 1979

Das Museum Viadrina wird 50 Jahre alt und wir blicken mit Anerkennung und Freude aus eine langjährige erfolgreiche Museumsarbeit in der Stadt Frankfurt (Oder) zurück.
 In den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts galt es die durch Krieg und Brandstiftungen zerstörte Frankfurter Innenstadt wieder aufzubauen. Die einsetzenden Bauarbeiten brachten eine ungeheure Vielzahl und Vielfalt an Bodenfunden zu Tage, die Einblicke in das wechselvolle Geschehen der Frankfurter Vergangenheit gestatteten.
In dieser mit vielen nachkriegsbedingten Problemen behafteten Zeit beschloss der Frankfurter Magistrat, zur baubegleitenden archäologischen Untersuchung und zur Sicherung der Funde die Wiedergründung eines historischen Museums in der Stadt, nachdem Gebäude und Sammlungen des seit 1905 bestandenen Museums Opfer des Krieges geworden waren. Sowohl das mittelalterliche Baugeschehen als auch Dinge des Alltags waren zu dokumentieren und wichtige Erkenntnisse aus der Frühzeit der Stadt »fest zu halten«. Die Bodenfunde wurden somit zum Schwerpunkt beim Neuaufbau der Sammlungen und Ausstellungen.
Ebenfalls wurde gemeinsam mit Kantor Hans Stein sehr früh die Frankfurter Musik- und Bachpflege mit der Sammlung von historischen Instrumenten und der künstlerischen Vorstellung in der Reihe »Konzerte auf historischen Instrumenten« (1962) begonnen. Nach der Erwerbung der Musikinstrumenten-sammlung von Berol Kaiser Reka 1975 und weiteren Ankäufen und Schenkungen umfasst die Sammlung heute über 500 Instrumente der europäischen und außereuropäischen Musikkulturen.
Nach und nach erhielt das Museum weitere Räume des Junkerhauses und den Namen »Viadrina« verliehen. Die Sammlungen und das thematische Ausstellungsangebot konnten schrittweise erweitert werden. 1986 führte der bauliche Zustand des Gebäudes zur Schließung des Museums. Sonderausstellungen wurden in den Folgejahren in der ehemaligen Sakristei und im Martyrchor der Marienkirche gezeigt. Nachdem bereits ab 1987 erste Baumaßnahmen durchgeführt worden sind, erfolgte nach der politischen Wende, durch große Anstrengungen der Stadt sowie mit großzügigen Finanzierungshilfen von Bund und Land die denkmalpflegerische Sanierung des Gebäudes und die Gestaltung der neuen Dauerausstellung. 2003, im Jahr des 750. Gründungsjubiläums Frankfurts konnte das Museum Viadrina seine Pforten wieder für die Besucher öffnen.
Auf das diesjährige Jubiläum sind insbesondere die Ausstellungen im April, Mai und August sowie das Museumsfest am 25. und 26.08. ausgerichtet.
Dem Museum wünsche ich weiterhin gutes Gelingen in seiner Arbeit. Möge es auch zukünftig zur Identitätsfindung der Frankfurter beitragen.

Martin Patzelt – Oberbürgermeister