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Sienkiewicza Henryka

Henryk-Sienkiewicz-Straße

Schützenstraße (Adressbuch 1848)
Ziegelstraße (Adressbuch 1846)



 

Sienkiewicza Henryka, 2000
Quelle: Archiv Eckard Reiß


Diese Straße ist die südliche Parallelstraße der Paderewskiego Jana (ehem. Sandstraße). In dieser Straße waren ebenso wie in der Sandstraße zu Beginn des Zweiten Weltkrieges noch viele Baustellen - von 60 Grundstücken immerhin 17. Auch hier hatte die „Gewoba“ (Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft m.b.H.) bereits 13 Wohnhäuser gebaut, in denen 1940 einhundert Familien wohnten.

Adressbuch Frankfurt/Oder 1940/41: „Schützenstraße - Nach dem benachbarten Schützenhause seit 1847 so benannt.“ Diese Darstellung ist sehr eingeengt. Um das Schützenhaus, vor allem nach Norden zu, hieß das gesamte Areal östlich der Straße Platz am Schützenhaus (
Niepodległości, aleja). Dieser Platz diente der Geselligkeit und war mit einem Schießstand für militärische Zwecke sowie für Sportschützen ausgestattet.

Sienkiewicz, Henryk, Pseud. Litwos, poln. Schriftsteller, geb. 04.05.1846*2 (?) 05.05.1846 Wola Okrzejska (bei Maciejowice, Wwschaft Siedlce), gest. 15.11.1916 Vevey (Schweiz); entstammte dem poln. Landadel, unternahm als Journalist Reisen durch Europa, nach Nordamerika und Ostafrika („Listy z podróży do Ameryki“ erschienen in der „Gazeta polska“, 1876-1878, dt. „Briefe aus Amerika“; „Listy z Afryki“, 2 Bde., 1891/92, dt. „Briefe aus Afrika“). Während des Ersten Weltkriegs setzte er sich in der Schweiz für poln. Kriegsgefangene ein. S. begann mit Erzählungen, in denen er die schwierige Lage der poln. Auswanderer in den USA schilderte („Za chlebem“, 1880, dt. „Ums liebe Brot“; „Latarnik“, 1882, dt. „Der Leuchtturmwärter“) und die ausweglose Lage der von einheimischen Grundbesitzern und zaristischen Beamten bedrängten poln. Bauern beschrieb („Szkice weglem“, 1880; dt. „Kohlenzeichnungen“). Im idealistischen Glauben an die Größe des eigenen Volkes wandte er sich dann dem historischen Roman zu, der durch die Darstellung der ruhmreichen poln. Geschichte des 17. Jh. (Kriege gegen Schweden, Türken, Tataren) das poln. Volk aufrichten sollte, so die im archaischen Stil erzählte Trilogie „Ogniem i mieczem“ (4 Bde., 1884; dt. „Mit Feuer und Schwert“), „Potop“ (6 Bde., 1886; dt. „Sturmflut“), „Pan Wołodyjowski“ (3 Bde., 1887/88; dt. „Pan Wolodyjowski, der kleine Ritter“).
Weltgeltung errang der Roman „Quo vadis?“ (1896. dt.), der die Zeit der Christenverfolgung unter Nero behandelt und für den er 1905 den Nobelpreis für Literatur erhielt. - Die zeitgenössischen Romane „Bez dogmatu“ (1891; dt. „Ohne Dogma“) und „Rodzina Połanieckich“ (1895; dt. „Die Familie Polaniecki“) setzen sich mit der sorglosen Haltung des poln. Adels auseinander. Traditionell religiöse und polit. Haltung bestimmt das Jugendbuch „W pustyni i w puszczy“ (1911; dt. „Durch Wüste und Wildnis“). *2 *3