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Diese Straße ist die südliche Parallelstraße der
Paderewskiego Jana
(ehem. Sandstraße). In dieser Straße waren ebenso wie in der Sandstraße
zu Beginn des Zweiten Weltkrieges noch viele Baustellen - von 60
Grundstücken immerhin 17. Auch hier hatte die „Gewoba“ (Gemeinnützige
Wohnungsbaugenossenschaft m.b.H.) bereits 13 Wohnhäuser gebaut, in denen
1940 einhundert Familien wohnten.
Adressbuch Frankfurt/Oder 1940/41: „Schützenstraße - Nach dem
benachbarten Schützenhause seit 1847 so benannt.“ Diese Darstellung ist
sehr eingeengt. Um das Schützenhaus, vor allem nach Norden zu, hieß das
gesamte Areal östlich der Straße Platz am Schützenhaus (Niepodległości, aleja). Dieser Platz diente der Geselligkeit und war mit einem
Schießstand für militärische Zwecke sowie für Sportschützen
ausgestattet.
Sienkiewicz, Henryk, Pseud. Litwos, poln. Schriftsteller, geb.
04.05.1846*2 (?) 05.05.1846 Wola Okrzejska (bei Maciejowice, Wwschaft
Siedlce), gest. 15.11.1916 Vevey (Schweiz); entstammte dem poln.
Landadel, unternahm als Journalist Reisen durch Europa, nach Nordamerika
und Ostafrika („Listy z podróży do Ameryki“ erschienen in der „Gazeta
polska“, 1876-1878, dt. „Briefe aus Amerika“; „Listy z Afryki“, 2 Bde.,
1891/92, dt. „Briefe aus Afrika“). Während des Ersten Weltkriegs setzte
er sich in der Schweiz für poln. Kriegsgefangene ein. S. begann mit
Erzählungen, in denen er die schwierige Lage der poln. Auswanderer in
den USA schilderte („Za chlebem“, 1880, dt. „Ums liebe Brot“; „Latarnik“,
1882, dt. „Der Leuchtturmwärter“) und die ausweglose Lage der von
einheimischen Grundbesitzern und zaristischen Beamten bedrängten poln.
Bauern beschrieb („Szkice weglem“, 1880; dt. „Kohlenzeichnungen“). Im
idealistischen Glauben an die Größe des eigenen Volkes wandte er sich
dann dem historischen Roman zu, der durch die Darstellung der
ruhmreichen poln. Geschichte des 17. Jh. (Kriege gegen Schweden, Türken,
Tataren) das poln. Volk aufrichten sollte, so die im archaischen Stil
erzählte Trilogie „Ogniem i mieczem“ (4 Bde., 1884; dt. „Mit Feuer und
Schwert“), „Potop“ (6 Bde., 1886; dt. „Sturmflut“), „Pan Wołodyjowski“
(3 Bde., 1887/88; dt. „Pan Wolodyjowski, der kleine Ritter“).
Weltgeltung errang der Roman „Quo vadis?“ (1896. dt.), der die Zeit der
Christenverfolgung unter Nero behandelt und für den er 1905 den
Nobelpreis für Literatur erhielt. - Die zeitgenössischen Romane „Bez
dogmatu“ (1891; dt. „Ohne Dogma“) und „Rodzina Połanieckich“ (1895; dt.
„Die Familie Polaniecki“) setzen sich mit der sorglosen Haltung des poln.
Adels auseinander. Traditionell religiöse und polit. Haltung bestimmt
das Jugendbuch „W pustyni i w puszczy“ (1911; dt. „Durch Wüste und
Wildnis“). *2 *3
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