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Diese von der
Wojska
Polskiego (ehem. Sonnenburger Straße) nach Osten
abzweigende Straße führt zum
Bohaterów, plac (ehem. Neuer Markt).
Bis in den 90er Jahren des 20. Jh. war sie Zufahrtsstraße zu einem
Kasernenkomplex. Heute befinden sich auf diesem Gelände
Studentenwohnungen des Collegium Polonicum (Kościuszki Tadeusza). Dazu
wurden vor allem Soldatenunterkünfte rekonstruiert und modern
ausgestattet.
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Piłsudskiego Józefa,
2001 - ehem. Kasernenhof in der Schwiebuser Straße 16-23
Der im Bild rechte Gebäudeteil ist ein solcher Neubau aus dem Jahre
1998. Es ist das Hauptgebäude des „Domy Studenckie“ (Studentenhaus).
Quelle: Archiv Eckard Reiß
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Als diese
Straße vor nunmehr 100 Jahren nach dem Ort nördlich der Dammvorstadt in
Richtung Küstrin benannt wurde, war diese Straße auch westlich der
Sonnenburger Straße (Wojska
Polskiego) so benannt. Heute heißt diese
Straße Chopina Fryderyka. Die ehemals sehr lange Frauendorfer Straße
(Frauendorf, heute: Pamięcin) wurde schließlich in ihrem östlichen Teil
in Schwiebuser Straße umbenannt.
Schwiebus, poln. Świebodzin, Stadt in Polen, im Osten der ehem. Neumark;
Erholungs- und Kureinrichtungen; Heimatmuseum, Bau von
thermo-technischen Anlagen und Geräten, Möbelfabrik, Textil- und
Nahrungsmittelindustrie. - Die Wehrmauern aus dem 14.-15. Jh. sind z.T.
erhalten; spätgotische Pfarrkirche aus dem 15. Jh. (im 16./17. Jh.
verändert) mit neugotischer Fassade (1857); das Rathaus, urspr. gotisch,
wurde im 16. und 19. Jh. umgebaut. - Das 1319 erstmals erwähnte S. wurde
1742 preußisch. *3
Swierczewski, Karol, genannt General Walter, geb. 1897, gest. 28.03.1947
(ermordet), poln. Arbeiterführer, diente in der Roten Armee (1918-1936),
der Freiwilligendivision in Spanien (1936-1938), als Oberbefehlshaber
der 2. Polnischen Armee (1944-1945) und war ab 1946 Stellvertretender
Verteidigungsminister Polens. *4
Piłsudski, Józef Klemens, poln. Politiker, Marschall von Polen (seit
1920), geb. 05.12.1867 Zułowo (heute Sulowo, bei Wilna), gest.
12.05.1935 Warschau; entstammte einer ursprünglich litauisch-poln.
Adelsfamilie. 1887 wurde er wegen konspirativer Tätigkeit für fünf Jahre
nach Sibirien verbannt. 1893 war P. Mitbegründer der Poln.
Sozialistischen Partei (PPS), in der er eine führende Rolle spielte.
1900 in Lodz verhaftet, konnte er 1901 entfliehen. Seit 1902 wirkte er
in Galizien. Programmatisch stellte er den Kampf um die Unabhängigkeit
Polens vor die soziale Revolution. 1906 übernahm er die Führung der
„revolutionären Fraktion“ der PPS. Seit 1908 bildete er in Galizien
bewaffnete Verbände aus, die 1910 als „Schützenverband“ offiziell
anerkannt wurden. Als „Kommandant“ genoss P., ein militärischer
Autodidakt, bei den „Schützen“ uneingeschränkte Autorität und bereitete
den Kampf um die Wiedererrichtung eines unabhängigen poln. Staates an
der Seite der Mittelmächte vor. - Am 06.08.1914 stieß er nach
Russisch-Polen vor, konnte aber den erhofften Aufstand nicht entfachen.
Im Rahmen der mit Unterstützung Österreichs gebildeten poln. Legionen
führte er 1914-1916 die 1. Brigade, baute aber auch - zunächst geheim -
die Polnische Militärorganisation (POW) auf. Nach der Proklamation des
Königreichs Polen durch die Mittelmächte (05.11.1916) wurde er Mitglied
des Staatsrats, aus dem er im Juli 1917 unter Protest austrat. Seit dem
22.07.1917 wegen seiner Forderung nach einer unabhängigen poln.
Regierung in Magdeburg in Festungshaft, blieb er aufgrund seiner
Kompromisslosigkeit eine polit. Autorität und wurde sofort nach seiner
Rückkehr am 11.11.1918 vom Regentschaftsrat zum Oberbefehlshaber
ernannt. In dieser Funktion fiel ihm kurz darauf als „Staatschef“ (Naczelnik)
auch die polit. Gewalt zu, die das im Januar 1919 gewählte Parlament am
20.02.1919 bestätigte. Ohne eigene Parteibasis arbeitete er mit
Koalitionsregierungen und versuchte, seinen Plan einer osteuropäischen
Föderation unter poln. Führung durch militärische Vorstöße nach Osten zu
verwirklichen. Dem Vormarsch bis Kiew (Mai 1920) folgte aber der
bolschewistische Gegenschlag bis vor Warschau (Juli/August 1920). Als
Oberbefehlshaber der poln. Streitkräfte konnte er dank seiner
strategischen Fähigkeiten die drohende militärische Niederlage in einen
Sieg wenden („Wunder an der Weichsel“) und im Frieden von Riga (1921)
die poln. Ostgrenze um etwa 250 km vorschieben. Er unterstützte -
insgeheim - die Eroberung des Wilnagebietes (1920).
Enttäuscht von Parteien und Parlament kandidierte P. nicht für die Wahl
zum Staatspräsident und legte 1923 auch das Amt des Generalstabschefs
nieder. Seit Juli 1923 lebte P. als Privatmann in Sulejówek bei
Warschau, behielt aber Einfluss auf das Heer. Im Mai 1926 führte er
einen Staatsstreich durch und errichtete ein autoritäres System, in dem
jedoch weder die Verfassung aufgehoben noch das Parlament beseitigt
wurde. Er begnügte sich meist mit dem Amt des Kriegs-Ministers und des
Generalinspekteurs und war nur von Oktober 1926 bis Juni 1928 und von
August bis Dezember 1930 auch Ministerpräsident. Er schreckte vor
Verfassungsbrüchen und vor Gewalttaten gegenüber seinen
parlamentarischen Gegnern nicht zurück, stützte sich aber im Allgemeinen
auf das Heer und seit 1928 auf einen „Unparteiischen Block“ im
Parlament. Erst unmittelbar vor seinem Tode wurde die von ihm
inspirierte autoritäre „Aprilverfassung“ verkündet. Außenpolitisch
leitete P. die Politik des Aufbaus Polens zur Führungsmacht in
Ostmitteleuropa und der Annäherung an Deutschland ein, die durch das
Nichtangriffsabkommen von 1934 besiegelt wurde. *3
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