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Nadodrzańska

 

An der Oder

Piecka Wilhelma (Wilhelm-Pieck-Straße) (Stadtplan 1980)
Nadodrzańska *14
Prinzenufer (Adressbuch 1901)

 


 


Nadodrzańska, 2002
Foto: Walter Hausdorf  

Diese unmittelbar hinter der Oder entlang führende Straße trägt heute sinnfälligerweise diesen Namen. Zu den vorigen Straßennamen sei folgendes angemerkt: „Prinzenufer - Am Denkmal für den Prinzen Leopold von Braunschweig, der am 27. April 1785 seinen Tod in den Hochwasserfluten der Oder fand.“ *1


Leopold, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, Maximilian Julius, geb. 11.10.1752 Wolfenbüttel, gest. 27.04.1785 Frankfurt (Oder).
L., ein Neffe des preußischen Königs Friedrich II., war ab 1776 Regimentskommandeur und Stadtkommandant von Frankfurt (Oder). Er war ein aufgeklärter Fürst, der sich um die Garnison, dabei auch um die Schulbildung der Soldatenkinder unter Stiftung der Garnisonsschule, sowie die Stadt Frankfurt (Oder) verdient machte. Am 26. April 1785, als während eines besonders schweren Frühlingshochwassers bereits die die Dammvorstadt umgebenen Deiche in akuter Gefahr waren, beteiligte sich Herzog Leopold zunächst an den Rettungsmaßnahmen über die Oderbrücke hinweg. Als diese, ebenso wie die Dämme, am nächsten Tag zerstört wurde, entschloss er sich schließlich zu jener Rettungsfahrt mit einem Fischerkahn, bei der er ins Wasser stürzte und, vom Schlag getroffen, starb. Er war 32 Jahre alt geworden. Der Tod des sehr beliebten jungen Herzogs löste Bestürzung und Trauer in der Stadt aus. Das tragische Ereignis bewegte aber auch zugleich das literarische als auch das höfische Deutschland und Europa. *4

 

Bild: Frankfurt um 1788. Blick vom Prinzenufer zur Stadt - nach einer alten Gouache von J. F. Nagel
Quelle: Frankfurt a. d. Oder wie es war und wurde
(siehe
Quellen- und Literaturverzeichnis)

Leopolddenkmal (1787-1945)
Quelle:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg (siehe Quellen- und Literaturverzeichnis)


„Bald nachdem Herzog Leopold den Tod ... gefunden hatte, begann der Zollinspektor Seydel im Verein mit anderen Verehrern des Herzogs die Sammlung für die Errichtung eines Denkmals. ... Da der Berliner Bildhauer Christian Wilhelm Mayer, dem die Ausführung nach Bernhard Rodes Entwurf übertragen war, vor Vollendung der Arbeit starb, stellte sein Nachfolger Johann Jacob Mayer das Begonnene fertig. Die ursprüngliche Absicht, das Denkmal auf einen freien Platz der Stadt zu stellen, wurde aufgegeben und die Stelle gewählt, wo der Kahn umgeschlagen war. Am ersten Jahrestage des Todes legte man den Grundstein, und am 11. August 1787 wurde ... das Denkmal eingeweiht.“ *9
Das Denkmal stand bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg an der Mündung der Straße An der Seidenfabrik (
Mickiewicza Adama).


Pieck, Wilhelm, deutscher Politiker, geb. 1876, gest. 1960; seit 1895 in der SPD, seit 1918 in der KPD; emigrierte 1933 nach Frankreich und ging von dort aus in die UdSSR; wurde 1945 Vorsitzender der KPD, 1946 bis 1954 zusammen mit Otto Grotewohl Vorsitzender der SED, 1949 bis 1960 Präsident der DDR. *3

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