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1 Maja

 
Straße des 1. Mai  
   
Crossener Straße (Stadtplan 1931) (Jedności Robotniczej bis Folwarczna)
Crossenerstraße (Adressbuch 1846)
Weg nach Breslau
 
   

Crossener Chaussee (Stadtplan 1931)

(Folwarczna bis Transportowa)


1 Maja, 1999
Quelle: Archiv Eckard Reiß

Diese Straße ist eine der Hauptstraßen Słubices. Sie führt von der Oderbrücke entlang des Deiches, am Hafen vorbei bis zur Abzweigung in die Szosa Rzepińska sowie Transportowa südlich des Stadions, unterhalb der Laudons Berge (auch Judenberge, Jüdischer Friedhof). Bevor es zur Bezeichnung Crossener Straße kam, war dieser Weg in Pastor Schlobachs „Merkwürdige Inschriften in Frankfurt an der Oder“ als „Weg nach Breslau“ ausgeschildert. *5






Crossener Straße, Postkarte 1936
Quelle: Archiv Eckard Reiß

 

 

 

   




1 Maja, 1999 - im Hintergrund das ehem. Schützenhaus, seit 1. Oktober 1946 katholische Kirche „Mutter Gottes Königin Polens“ - siehe dazu
Niepodległości, aleja.
Quelle: Archiv Eckard Reiß





Am (22.*14) 24. Januar 1898 fuhr die erste Straßenbahn über die Crossener Straße. Es war die Linie, die vom Bahnhof über die Oderbrücke herkommend zum Schützenhaus führte. 1927 wurde sie bis zum Stadion weitergeführt. *5 Die erste Probefahrt erfolgte bereits am Heiligen Abend 1897. *14
Wo früher die Wendeschleife der Straßenbahn war, befindet sich heute der Markt. *13

Das älteste erhaltene Haus in der Dammvorstadt war der Gasthof „Goldener Löwe“ in der Crossener Straße Nr. 3. Er wurde 1601 erstmals erwähnt, *8 brannte jedoch Pfingsten 1945 ab. *14
Nach dem Gründungsdirektor der Frankfurter Universität Konrad Wimpina soll dieser Gasthof schon Anfang des 16. Jh. bestanden haben. Im Jahre 1813 war das Gebäude des Gasthofes übrigens Absteigequartier Friedrich Wilhelm III. auf seiner Reise nach Breslau. *9

 

Crossener Straße, um 1935 - Gasthaus „Goldener Löwe“, ältestes Gasthaus der Dammvorstadt, am 20. Mai 1945 abgebrannt.
Quelle: Archiv Eckard Reiß

Wilhelm Sauer (1831-1916), einer der produktivsten und der bedeutendste Orgelbauer der Oderregion, eröffnete im Oktober 1857 im Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ in der Crossener Straße Nr. 3 eine Filiale und erhielt die preußische Staatsangehörigkeit. Am 01.10.1856 kam Sauer anlässlich der Frühjahrsmesse erstmals nach Frankfurt (Oder). Der 36-jährige Meister, der seinerzeit bereits eine Filiale des väterlichen Orgelbauunternehmens in Deutsch-Krone, Westpreußen, leitete, hielt den Verkehrsknotenpunkt Frankfurt für ein Unternehmen, das nach außerhalb liefern wollte, für vorteilhaft. Außerdem bekam er hier all das, was für den Bau von Tasteninstrumenten nötig war, in großer Auswahl und preisgünstig. Wenig später lösten Vater und Sohn ihre Geschäftsbeziehungen. Wilhelm Sauer war nun selbstständiger Unternehmer. In den ersten zehn Jahren des Bestehens der Firma baute man 90 Orgeln. Der „Goldene Löwe“ wurde zu eng. Sauer kaufte auf der westlichen Oderseite, Ecke Kellenspring, das Grundstück Park Nr. 13 samt einem pavillonartigen Wohnhaus *11, heute Paul-Feldner-Straße und zu einem regional bedeutenden Verlags- und Druckhaus gehörig.
 

Crossener Straße, um 1930 (Postkartenausschnitt) - Von der Crossener Straße führte eine Sommerbrücke zur  Löweninsel, die den Weg zu der dortigen Badeanstalt und den Bootshäusern verkürzte. Am linken Bildrand ist das Gebäude der Victoria-Apotheke (auch Dammapotheke) zu sehen.
Quelle: Alt-Frankfurt - Stadt an der Oder (siehe Quellen- und Literaturverzeichnis)
 
 

Mit dem Stadtkulturzentrum, das SMOK genannt wird, hat diese Straße seit nunmehr 40 Jahren wieder eine erste Adresse. *23 Im Jahre 1962 zog das Kulturhaus in das Gebäude der ehem. Provinzial-Lebensversicherung, Crossener Straße 6/7. SMOK ist ursprünglich die Abkürzung für Słubickiego Miejskiego Ośrodeka Kultury, auf deutsch etwa Słubicer städtische Kulturzentrale. Ab 1977 dann Słubickiego Międzyorganizacyjny Ośrodeka Kultury. *26 Umgangssprachlich wird SMOK nicht als Abkürzung gesehen. SMOK heißt auf deutsch Drache (man geht also in den Drachen). Es gibt enge Beziehungen zum Frankfurter Kunstverein und verschiedenen Galerien der deutschen Stadt, so vor allem mit dem Museum Junge Kunst. Höhepunkte im SMOK sind weiterhin musikalische Aufführungen aller Genres, besonders aber des Jazz. *23

Krosno Odrzańskie (Crossen), Stadt in der Lebuser Wwschaft, im Tal der mittleren Oder, an der Bóbr (Bober)-Mündung in die Oder, im 8. Jh. slaw. Verteidigungsfestung bei der Überquerung der Oder; 1015 militärische Auseinandersetzungen zwischen Bolesław I. Chrobry und dem dt. Kaiser Heinrich II.; Stadtrechte 1233; 1241-1482 im Besitz der Glogauer Piasten; seit 1331 als Lehen im Besitz von Böhmen, 1482 besetzt durch Brandenburg, teilte politisches Schicksal Schlesiens; seit 1742 im preußischen Staat (seitdem deutscher Stadtname Crossen); trotz der Germanisierung slawische Bevölkerung, angehäuft in der Provinz westlich von Krosno Odrzańskie, bewahrte polnische Identität bis zum Ende des 18. Jh. Einwohner der Stadt beschäftigten sich unter anderem mit dem Weinanbau und dem Handel; im 16. und 17. Jh. Salzsiederei; im 19. Jh. eine kaum spürbare Wirtschaftsentwicklung; in der Zwischenkriegszeit entstanden hier Metallurgieanstalten; infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen (1945) wesentlich zerstört (etwa 65 %); seit 1945 auf dem polnischen Territorium. - 12 800 Einwohner (1992); Baum-, Maschinen-, Nahrungsmittel-, Baustoffe- Industrie; touristisches Zentrum; Museumsfiliale vom Museum des Lebuser Landes; Ruinen des Piastenschlosses aus dem 13.-16. Jh.; spätgotische Kirche, die völlig in eine evangelische umgebaut wurde (1705-17); Fragmente der Verteidigungsmauer (14. Jh.); bewirtschaftetes Erholungszentrum. *3