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Kleisthöhe

(Adressbuch 1930/31)

Die Kleisthöhe ist eine Erhebung des Höhenzuges Laudons Berge, östlich des Dammfriedhofes gelegen, und nimmt Bezug auf den zum Andenken des Dichters und Offiziers Ewald Christian von Kleist errichteten Kleistturm und war Postadresse des sich damals dort befindlichen Restaurants „Zur Kleisthöhe“.
Auf der Kleisthöhe stand bis 1945 der vom Verschönerungsverein errichtete Kleistturm.
Unter dem Vereinsvorsitz von Stadtbaurat Malcomeß wurde 1891 der Vorschlag unterbreitet, auf jener Höhe einen Aussichtsturm zu errichten. Die Stadtverordneten stimmten zu und im August des gleichen Jahres begannen die Arbeiten. Eingeweiht wurde der Turm am 04.06.1892. Bis zur Aussichtsfläche waren es 99 Stufen. Es befand sich eine Bronzetafel mit Orientierungspfeilen zu den Brennpunkten des Kunersdorfer Schlachtfeldes. *5
Am 4. Juni 2002 wäre der Turm 110 Jahre alt geworden. Leider erreichte das Bauwerk nur ein Alter von 53 Jahren. Ebenso wie der Falkenstein-Wasserturm nahe des Flugplatzes und der Bismarckturm an der Grundschäferei wurde er Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im unmittelbaren Frontbereich liegend, wurde der Turm Anfang Februar 1945 von der Wehrmacht gesprengt. *5
 

Kleistturm, Postkarte um 1925
Quelle: Archiv Eckard Reiß


Kleist, Ewald Christian von, Dichter, geb. 07.03.1715 Zeblin bei Köslin (Pommern), gest. 24.08.1759 Frankfurt/Oder.
K. studierte in Königsberg Jura, Philosophie und Mathematik. Die finanzielle Notlage seiner Familie zwang den sensiblen K., 1736 die militärische Laufbahn einzuschlagen. Zunächst in dänischen Diensten, wechselte er 1740 in die preußische Armee. In Potsdam entstanden seine ersten Dichtungen. Entscheidende Anregungen erhielt K. 1743 durch die Begegnung mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der auch die Entstehung von K.s Hauptwerk „Der Frühling“ (1749) begleitete, eine in viele Sprachen übersetzte Versdichtung. Als Kommandant des Feldlazaretts in Leipzig stand K. 1757 im Mittelpunkt eines literarischen Freundeskreises, dem u.a. Gotthold Ephraim Lessing angehörte. *7
Er starb an den Folgen einer Kriegsverletzung nach der Schlacht von Kunersdorf 1759. Sein Grabmal, ein Obelisk von Kambly (1778), ist auf der ehem. Begräbnisstätte der St. Gertraudkirche (heute Park am Zehmeplatz (siehe Straße Am Park in Dokumentation: Frankfurt (Oder) - Straßen, Wege und Plätze, Museum Viadrina 2002), noch erhalten. *4