|
Die
Kleisthöhe ist eine Erhebung des Höhenzuges
Laudons Berge, östlich des
Dammfriedhofes gelegen, und nimmt Bezug auf den zum Andenken des
Dichters und Offiziers Ewald Christian von Kleist errichteten Kleistturm
und war Postadresse des sich damals dort befindlichen Restaurants „Zur
Kleisthöhe“.
Auf der Kleisthöhe stand bis 1945 der vom Verschönerungsverein
errichtete Kleistturm.
Unter dem Vereinsvorsitz von Stadtbaurat Malcomeß wurde 1891 der
Vorschlag unterbreitet, auf jener Höhe einen Aussichtsturm zu errichten.
Die Stadtverordneten stimmten zu und im August des gleichen Jahres
begannen die Arbeiten. Eingeweiht wurde der Turm am 04.06.1892. Bis zur
Aussichtsfläche waren es 99 Stufen. Es befand sich eine Bronzetafel mit
Orientierungspfeilen zu den Brennpunkten des Kunersdorfer
Schlachtfeldes. *5
Am 4. Juni 2002 wäre der Turm 110 Jahre alt geworden. Leider erreichte
das Bauwerk nur ein Alter von 53 Jahren. Ebenso wie der
Falkenstein-Wasserturm nahe des Flugplatzes und der Bismarckturm an der
Grundschäferei wurde er Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im unmittelbaren
Frontbereich liegend, wurde der Turm Anfang Februar 1945 von der
Wehrmacht gesprengt. *5
 |
Kleistturm, Postkarte um 1925
Quelle: Archiv Eckard Reiß |
Kleist, Ewald Christian von, Dichter, geb. 07.03.1715 Zeblin bei Köslin
(Pommern), gest. 24.08.1759 Frankfurt/Oder.
K. studierte in Königsberg Jura, Philosophie und Mathematik. Die
finanzielle Notlage seiner Familie zwang den sensiblen K., 1736 die
militärische Laufbahn einzuschlagen. Zunächst in dänischen Diensten,
wechselte er 1740 in die preußische Armee. In Potsdam entstanden seine
ersten Dichtungen. Entscheidende Anregungen erhielt K. 1743 durch die
Begegnung mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der auch die Entstehung von
K.s Hauptwerk „Der Frühling“ (1749) begleitete, eine in viele Sprachen
übersetzte Versdichtung. Als Kommandant des Feldlazaretts in Leipzig
stand K. 1757 im Mittelpunkt eines literarischen Freundeskreises, dem
u.a. Gotthold Ephraim Lessing angehörte. *7
Er starb an den Folgen einer Kriegsverletzung nach der Schlacht von
Kunersdorf 1759. Sein Grabmal, ein Obelisk von Kambly (1778), ist auf
der ehem. Begräbnisstätte der St. Gertraudkirche (heute Park am
Zehmeplatz (siehe Straße Am Park in Dokumentation: Frankfurt (Oder) -
Straßen, Wege und Plätze, Museum Viadrina 2002), noch erhalten. *4
|