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Diese
Straße erhielt Anfang der 90er Jahre des vorigen Jh. eine besondere
Aufwertung. Es entstand das Collegium Polonicum, ein weithin sichtbarer
und markanter Gebäudekomplex. Diese Studieneinrichtung entstand aus der
Notwendigkeit, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den
Partneruniversitäten, der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan und der
Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (O), zu intensivieren und ihr
einen neuen Umfang zu verleihen.
Der Grundstein wurde am 17.10.1992 gelegt, Richtfest für den 1.
Bauabschnitt war am 19.11.1996 und am 10.06.1998 fand die feierliche
Eröffnung des Hauptgebäudes statt. Der Gesamtkomplex wurde am 06.02.2001
eröffnet. Auch die Bibliothek befindet sich seit dem Wintersemester
2000/2001 in ihrem neuen Gebäude. Der Bibliotheksneubau wurde jenseits
der Kościuszki Tadeusza gebaut und mit einer Fußgängerbrücke über die
Kościuszki Tadeusza mit dem Hauptgebäude verbunden. Die Bibliothek des
Collegium Polonicum ist eine wissenschaftliche Bibliothek, die für die
Studierenden und Lehrenden des Collegium Polonicum, der
Adam-Mickiewicz-Universität, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt
(Oder) sowie für die Bürger von Slubice und der Region gedacht ist. Der
Bestand umfasst zurzeit ca. 20.000 Bände sowie 500 Titel von Zeitungen
und Zeitschriften.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Collegium Polonicum ist die Schaffung
von Studienmöglichkeiten für Polen und Deutsche sowie Vertreter anderer
Nationalitäten, wodurch dazu beigetragen wird, Barrieren und Vorbehalte
zu überwinden, die jungen Leute einander näher zu bringen und ein
gemeinsames europäisches Bewusstsein zu gestalten. Beide Universitäten
sind gemeinsam bemüht, im Collegium Polonicum immer mehr
Studienrichtungen anzubieten, die sich an die entsprechenden Fakultäten
der beiden Einrichtungen anlehnen. *21 *22
Kościuszko, Tadeusz Andrzej Bonaventura, poln. Offizier und
Freiheitskämpfer, geb. 04. (?) 02.1746 (12.02.1746)*2 Mereczowszczyzna
(bei Nowogródek, Wolhynien), gest. 15.10.1817 Solothurn; aus poln.,
urspr. weißruthenischen Kleinadel; ging 1776 nach Nordamerika und nahm
dort als Ingenieuroffizier und Oberst am Unabhängigkeitskrieg teil. 1784
kehrte er als amerikanischer General nach Polen zurück, wo er im
gleichen Rang 1789 in die Armee eintrat und 1792 zusammen mit Fürst J.
Poniatowski (Poniatowskiego Józefa) gegen die von einer russischen
Armee unterstützte Konföderation von Targowica kämpfte; floh
anschließend nach Sachsen. Als Antwort auf die 2. Poln. Teilung (1793)
begann er am 24.03.1794 in Krakau als „Staatschef“ (poln. Naczelnik
państwa) den nach ihm benannten Aufstand. Nach anfänglichen Erfolgen (Racławice
04.04.) erlag er der russisch-preußischen Übermacht und geriet nach der
Niederlage bei Maciejowice (10.10.1794, in der Nähe Warschaus) verwundet
in russische Gefangenschaft (sein angeblicher Ausruf „Finis Poloniae“
ist Legende). 1796 freigelassen, lebte er zunächst in Amerika, 1798-1815
in Frankreich, danach in der Schweiz. Seine militärischen Fähigkeiten,
seine Uneigennützigkeit und sein Eintreten für die wirtschaftlich und
sozial Schwachen machten ihn zur Heldengestalt. *3
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