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Kościuszki Tadeusza

 

Tadeusz-Kosciuszko-Straße

Blumenstraße (Adressbuch 1846)

 

 

Kościuszki Tadeusza, 1967 - früher Blumenstraße
Links: vor 1945 Fa. Karl Fuhrmann, Maurermeister,
und der Tischlereiausbildungsbetrieb der Deutschen Reichspost - seit 1999 ein Baumarkt. Die rechte Häuserreihe musste der Durchgangsstraße
(Młodzieży Polskiej, aleja) weichen.
Quelle: Archiv Eckard Reiß

   

Kościuszki Tadeusza, 2001
Quelle: Archiv Eckard Reiß



Der ehem. Name “Blumenstraße” hat seine Herkunft sicher den zahlreichen Gärtnereien zu verdanken, die in dieser Straße einst existierten und zahlreiche Blumenbeete aufwiesen. In den 30er Jahren des vorigen Jh. begannen in der Dammvorstadt Kanalisationsarbeiten, speziell in den Hauptstraßen. In der Blumenstraße z.B. wurde der bestehende Graben, der Regenwasser aufnahm, verrohrt. Während in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) im Allgemeinen Mischwasserkanalisation vorherrschend war, erfolgte in der Dammvorstadt die schrittweise Kanalisierung im Trennsystem. In dem bereits erwähnten Zeitraum wurde ein umfassender Straßenbau durchgeführt. In diesem Zusammenhang ist auch der Umbau der alten Blumenstraße, Freilegung und Unterbau des Durchbruches zur Oderbrücke und Kleinpflasterung vorgenommen worden. *5

 

Collegium Polonicum, 2002
Foto: Walter Hausdorf

 

Diese Straße erhielt Anfang der 90er Jahre des vorigen Jh. eine besondere Aufwertung. Es entstand das Collegium Polonicum, ein weithin sichtbarer und markanter Gebäudekomplex. Diese Studieneinrichtung entstand aus der Notwendigkeit, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Partneruniversitäten, der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan und der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (O), zu intensivieren und ihr einen neuen Umfang zu verleihen.
Der Grundstein wurde am 17.10.1992 gelegt, Richtfest für den 1. Bauabschnitt war am 19.11.1996 und am 10.06.1998 fand die feierliche Eröffnung des Hauptgebäudes statt. Der Gesamtkomplex wurde am 06.02.2001 eröffnet. Auch die Bibliothek befindet sich seit dem Wintersemester 2000/2001 in ihrem neuen Gebäude. Der Bibliotheksneubau wurde jenseits der Kościuszki Tadeusza gebaut und mit einer Fußgängerbrücke über die Kościuszki Tadeusza mit dem Hauptgebäude verbunden. Die Bibliothek des Collegium Polonicum ist eine wissenschaftliche Bibliothek, die für die Studierenden und Lehrenden des Collegium Polonicum, der Adam-Mickiewicz-Universität, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie für die Bürger von Slubice und der Region gedacht ist. Der Bestand umfasst zurzeit ca. 20.000 Bände sowie 500 Titel von Zeitungen und Zeitschriften.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Collegium Polonicum ist die Schaffung von Studienmöglichkeiten für Polen und Deutsche sowie Vertreter anderer Nationalitäten, wodurch dazu beigetragen wird, Barrieren und Vorbehalte zu überwinden, die jungen Leute einander näher zu bringen und ein gemeinsames europäisches Bewusstsein zu gestalten. Beide Universitäten sind gemeinsam bemüht, im Collegium Polonicum immer mehr Studienrichtungen anzubieten, die sich an die entsprechenden Fakultäten der beiden Einrichtungen anlehnen. *21 *22

Kościuszko, Tadeusz Andrzej Bonaventura, poln. Offizier und Freiheitskämpfer, geb. 04. (?) 02.1746 (12.02.1746)*2 Mereczowszczyzna (bei Nowogródek, Wolhynien), gest. 15.10.1817 Solothurn; aus poln., urspr. weißruthenischen Kleinadel; ging 1776 nach Nordamerika und nahm dort als Ingenieuroffizier und Oberst am Unabhängigkeitskrieg teil. 1784 kehrte er als amerikanischer General nach Polen zurück, wo er im gleichen Rang 1789 in die Armee eintrat und 1792 zusammen mit Fürst J. Poniatowski (Poniatowskiego Józefa) gegen die von einer russischen Armee unterstützte Konföderation von Targowica kämpfte; floh anschließend nach Sachsen. Als Antwort auf die 2. Poln. Teilung (1793) begann er am 24.03.1794 in Krakau als „Staatschef“ (poln. Naczelnik państwa) den nach ihm benannten Aufstand. Nach anfänglichen Erfolgen (Racławice 04.04.) erlag er der russisch-preußischen Übermacht und geriet nach der Niederlage bei Maciejowice (10.10.1794, in der Nähe Warschaus) verwundet in russische Gefangenschaft (sein angeblicher Ausruf „Finis Poloniae“ ist Legende). 1796 freigelassen, lebte er zunächst in Amerika, 1798-1815 in Frankreich, danach in der Schweiz. Seine militärischen Fähigkeiten, seine Uneigennützigkeit und sein Eintreten für die wirtschaftlich und sozial Schwachen machten ihn zur Heldengestalt. *3