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Der Straßenabschnitt zwischen der ehem. Schwiebuser Straße (Piłsudskiego Józefa) und der ehem. Hirtenstraße (Mieszka I) erhielt
den Namen: „An der Wachsbleiche - Nach der unter der Regierung
Friedrichs des Großen errichteten Wachsbleiche.“ *1 Die
Wachsbleiche/Wachswaren- und Kunstwabenfabrik von Harttung & Söhne war
das älteste Frankfurter industrielle Unternehmen, gegründet im Jahre
1749 durch den damaligen Oberbürgermeister Thering. Sie ging im Jahre
1777 in den Besitz der Harttungs über. Bis zu hundert Arbeiter und
Angestellte fanden Beschäftigung. Eine große Rolle spielten die
Fabrikation von Kirchenkerzen und Luxuskerzen, die für Kronenleuchter,
Klaviere usw. Verwendung fanden. Von sonstigen Fabrikaten sind
Christbaumlichte, Haushaltskerzen, Wachsstöcke, Illuminationslämpchen,
Wachsfackeln für Feuerwehren und Fackelzüge, Bohnermasse, Schuhcreme und
Gießereiwachsschnur erwähnenswert, ebenso natur- und chemisch gebleichtes
Wachs (Bienenwachs). Eine Spezialität der Firma bildete die Erzeugung
künstlicher Bienenwaben. Die Fabrikate fanden nicht nur in Europa,
sondern auch in Afrika, Asien und Südamerika weiteste Verbreitung. *6
Die Wachsbleiche, zuletzt unter dem Namen Harttung & Söhne, wurde 1935
an dieser Stelle geschleift. Das Grundstück wurde in die dortige Kaserne
einbezogen. *15
In der Straße gab es mehrere Kasernen. Eine wird schon 1885 erwähnt. Sie
alle wurden verschiedenartig genutzt. Ebenfalls im 19. Jh. siedelten
sich um die Wachsbleiche zahlreiche Betriebe an, die meist bis 1945
bestanden. *5
Einen wesentlichen Beitrag zum Wohnungsbau in der Straße An der
Wachsbleiche leistete die „Kurmärkische Kleinsiedlung“ - GmbH, die in
größeren Häusern 186 Wohnungen baute, die sämtlich in der ersten Hälfte
des Jahres 1937 bezogen werden konnten. *1
Zu dem
nördlichen Teil der jetzigen Straße Konstytucji 3 Maja, also von der
ehem. Hirtenstraße (Mieszka I)
bis zum ehem. Sandfurtweg (Drzymały Michała), erfolgt im Adressbuch Frankfurt/Oder 1940/41 die Erklärung:
„Pulverweg - Nach dem früher hier befindlichen Pulverturm, der ein
Pulver-Magazin enthielt.“
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Konstytucji 3 Maja -
Bereich ehem. Pulverweg, 1966
Blick in nördlicher Richtung - diese Häuser wurden nach 1938
errichtet
Quelle: Archiv Eckard Reiß |
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Nach 1945 erhielten die beiden Straßen An der Wachsbleiche und Pulverweg
den Namen des Politikers Feliks Dzierzynski (11.09.1877 - 20.07.1926).
D. war Führer der polnischen und russischen Arbeiterbewegung; trat 1895
der sozialdemokratischen Organisation in Vilnius bei. Er kämpfte für die
Schaffung einer Arbeiterpartei Polens und Litauens, die mit den
russischen Arbeitern eng zusammenwirken sollte. Seit 1907 war er
Mitglied des ZK der SDAPR (Sozialdemokratische Arbeiterpartei
Russlands), seit 1917 Vorsitzender der Tscheka und seit 1924
Vorsitzender des Obersten Volkswirtschaftsrates. *2 *4
Nach 1987 erfolgte die Benennung in Konstytucji 3 Maja, nach der vom
polnischen Adel 1791 verabschiedeten ersten demokratischen Verfassung.
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