.

Konstytucji 3 Maja

 

Straße der Verfassung vom 3. Mai

 

Dzierzynskiego (Stadtplan 1980)

An der Wachsbleiche (Adressbuch 1925)                
           (Bohaterów, plac
bis Mieszka I)
Wachsbleiche (Adressbuch 1903)
Platz an der Wachsbleiche (Adressbuch 1846)

Pulverweg (Stadtplan 1931)                                           (
Mieszka I bis 
Drzymały Michała)



Der Straßenabschnitt zwischen der ehem. Schwiebuser Straße (
Piłsudskiego Józefa) und der ehem. Hirtenstraße (Mieszka I) erhielt den Namen: „An der Wachsbleiche - Nach der unter der Regierung Friedrichs des Großen errichteten Wachsbleiche.“ *1 Die Wachsbleiche/Wachswaren- und Kunstwabenfabrik von Harttung & Söhne war das älteste Frankfurter industrielle Unternehmen, gegründet im Jahre 1749 durch den damaligen Oberbürgermeister Thering. Sie ging im Jahre 1777 in den Besitz der Harttungs über. Bis zu hundert Arbeiter und Angestellte fanden Beschäftigung. Eine große Rolle spielten die Fabrikation von Kirchenkerzen und Luxuskerzen, die für Kronenleuchter, Klaviere usw. Verwendung fanden. Von sonstigen Fabrikaten sind Christbaumlichte, Haushaltskerzen, Wachsstöcke, Illuminationslämpchen, Wachsfackeln für Feuerwehren und Fackelzüge, Bohnermasse, Schuhcreme und Gießereiwachsschnur erwähnenswert, ebenso natur- und chemisch gebleichtes Wachs (Bienenwachs). Eine Spezialität der Firma bildete die Erzeugung künstlicher Bienenwaben. Die Fabrikate fanden nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika, Asien und Südamerika weiteste Verbreitung. *6 Die Wachsbleiche, zuletzt unter dem Namen Harttung & Söhne, wurde 1935 an dieser Stelle geschleift. Das Grundstück wurde in die dortige Kaserne einbezogen. *15

In der Straße gab es mehrere Kasernen. Eine wird schon 1885 erwähnt. Sie alle wurden verschiedenartig genutzt. Ebenfalls im 19. Jh. siedelten sich um die Wachsbleiche zahlreiche Betriebe an, die meist bis 1945 bestanden. *5

Einen wesentlichen Beitrag zum Wohnungsbau in der Straße An der Wachsbleiche leistete die „Kurmärkische Kleinsiedlung“ - GmbH, die in größeren Häusern 186 Wohnungen baute, die sämtlich in der ersten Hälfte des Jahres 1937 bezogen werden konnten. *1

Zu dem nördlichen Teil der jetzigen Straße Konstytucji 3 Maja, also von der ehem. Hirtenstraße (Mieszka I) bis zum ehem. Sandfurtweg (Drzymały Michała), erfolgt im Adressbuch Frankfurt/Oder 1940/41 die Erklärung: „Pulverweg - Nach dem früher hier befindlichen Pulverturm, der ein Pulver-Magazin enthielt.“

 

Konstytucji 3 Maja -
Bereich  ehem. Pulverweg, 1966

Blick in nördlicher Richtung - diese Häuser wurden nach 1938 errichtet
Quelle: Archiv Eckard Reiß

Nach 1945 erhielten die beiden Straßen An der Wachsbleiche und Pulverweg den Namen des Politikers Feliks Dzierzynski (11.09.1877 - 20.07.1926). D. war Führer der polnischen und russischen Arbeiterbewegung; trat 1895 der sozialdemokratischen Organisation in Vilnius bei. Er kämpfte für die Schaffung einer Arbeiterpartei Polens und Litauens, die mit den russischen Arbeitern eng zusammenwirken sollte. Seit 1907 war er Mitglied des ZK der SDAPR (Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands), seit 1917 Vorsitzender der Tscheka und seit 1924 Vorsitzender des Obersten Volkswirtschaftsrates. *2 *4

Nach 1987 erfolgte die Benennung in Konstytucji 3 Maja, nach der vom polnischen Adel 1791 verabschiedeten ersten demokratischen Verfassung.