.

Kochanowskiego Jana


Ausschnitt aus „Plan der Stadt Frankfurt an der Oder
 und der Dammvorstadt“ von 1785
Quelle: Museum Viadrina

Jan-Kochanowski-Straße

Weidendamm (Adressbuch 1846)

 

Die Straßen Bruchstraße (Wandy), Wasserstraße (Wodna) und Weiden-damm sind aus ganz bestimmtem Grund auf engstem Raum im Südosten der Stadt unweit des Oderdamms an der Straße 1 Maja (Crossener Straße) angesiedelt. Sie erinnern an einen dort erfolgten Oderdammbruch und an die Beseitigung seiner Folgen. Auf dem „Plan der Stadt Frankfurt an der Oder und der Dammvorstadt“ von 1785 ist der alte Deichbruch des Dammes mit seiner Verzweigung deutlich erkennbar. Dieses Stadtgebiet gehört mit zu den ältesten der Dammvorstadt. Von der Bebauung gibt es heute nur noch die ehem. Adressen Weidendamm 3 bis 3a.


 

Kochanowski, Jan, poln. Dichter, geb. 1530 Sycyna (bei Radom), gest. 22.08.1584 (28.08.1584*2) Lublin; studierte in Krakau, Königsberg (heute Kaliningrad) und Padua. K. ist der bedeutendste poln. Dichter der Renaissance und Begründer der nationalen poln. Dichtung. Sein an antiken und humanistischen Traditionen orientiertes lyrisches Werk schöpfte zum ersten Mal die dichterischen Möglichkeiten der poln. Sprache aus und blieb wegen seines hohen künstlerischen Ranges bis zur poln. Romantik unerreichtes Vorbild. Zu seinen Werken gehören die Versübersetzung der Psalmen („Psałterz Dawidów“, 1579), die Klagelieder auf den Tod seiner Tochter („Treny“, 1580; dt. „Threnodien und andere Gedichte“), die später auch als Muster für polit. Klagedichtungen (z.B. auf die Teilung Polens) dienten, die thematisch vielfältigen „Pieśni“ (1584) und die Scherzgedichte („Fraszki“, 1584). K. schuf die erste poln. Renaissancetragödie: „Odprawa posłów greckich“ (1578; dt. „Die Abfertigung der griechischen Gesandten“). Er schrieb auch lateinische Gedichte („Lyricorum libellus“, 1580; „Elegiarum libri IV“, 1584). *3