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Kilińskiego Jana

Jan-Kilinski-Straße

Kattowitzer Straße (Adressbuch 1932)
Faber Straße (Stadtplan 1931)

 
 

Kilińskiego Jana , 2002
Quelle: Archiv Eckard Reiß


 

Von der Sienkiewicza Henryka (Schützenstraße) nach Süden abzweigende und zur Wandy (ehem. Bruchstraße) führende Straße, deren Wohnhäuser von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft e. G. m. b. H., der „Gewoba“, gebaut wurden. *1 Diese Anfang der 30er Jahre des vorigen Jh. erbauten Wohnhäuser sind auch heute noch vorhanden.

Diese Straße könnte kurzzeitig den Namen Faber, eines Frankfurter Sozialdemokraten, getragen haben. Unter diesem Namen ist sie jedenfalls auf einem Stadtplan von 1931 verzeichnet, in Adressbüchern allerdings war sie nicht aufzufinden. Den Namen Faber trägt seit Ende der 40er Jahre des vergangenen Jh. eine Straße in Frankfurt (Oder), westlich der Oder.

Faber, Emil, Politiker, geb. 27.06.1861 Küstrin, gest. 1930 Frankfurt (Oder). 1882 kam F. als Schuhmacher von Küstrin nach Frankfurt (Oder) und wurde einer der maßgeblichen Führer der Sozialdemokratie. 1886 gründete er eine mechanische Schuhfabrik. Am 01.04.1890 wurde auf Initiative von Faber, nach Aufhebung des Sozialistengesetzes, die erste sozialdemokratische Tageszeitung der Mark Brandenburg, die „Märkische Volksstimme“, gegründet. 1908 zog er als einer der ersten Sozialdemokraten in die Stadtverordnetenversammlung ein. Bei der Ersatzwahl für ein Abgeordnetenmandat im Reichstag kam es am 15.09.1910 zu einer Stichwahl zwischen dem nationalliberalen Kandidaten, Archivdirektor Geheimrat Dr. Winter aus Magdeburg und dem Sozialdemokraten, Schuhmachermeister Faber aus Frankfurt (Oder), der am 26. September zum Reichstagsabgeordneten gewählt wurde. F. war 1918 Zweiter Vorsitzender des Frankfurter Arbeiter- und Soldatenrates. 1919 erhielt er als Spitzenkandidat der SPD im Wahlkreis Frankfurt das Mandat für den preußischen Landtag, dem er bis 1930 angehörte. *4

Kattowitz, poln. Katowice, Hauptstadt der Wwschaft Katowice (Kattowitz), Polen, auf der Oberschlesischen Platte, 359.900 Ew.; kath. Bischofssitz; Zweigstelle der Poln. Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Schönen Künste, Schlesische Universität (1968 gegr.) und vier weitere Hochschulen, Bergbauinstitut, Schlesisches Geschichts- und Diözesanmuseum, Schlesisches Theater, Planetarium, Schlesische Philharmonie, zoologischer Garten. K. ist das Zentrum des Oberschlesischen Industriegebiets; Steinkohlenbergbau, Eisen- und Zinkhütten, Maschinenbau, chemische, elektrotechnische und Druckindustrie. - Das Stadtbild wird v.a. von Gebäuden aus dem 19. Jh. geprägt. - K., um 1590 als Gärtnersiedlung gegründet (1598 belegt), nahm erst mit der um 1800 einsetzenden industriellen Entwicklung seinen Aufschwung (1825: 675 Ew.; 1865: 4.815 Ew.; 1905: 35.772 Ew.); 1865 wurde K. Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel K. an Polen. 1953-1956 trug die im Zweiten Weltkrieg kaum zerstörte Stadt den Namen „Stalinogród“. *3

Kiliński, Jan, poln. Freiheitskämpfer, geb. 1760, gest. 1819; von Beruf Schuhmachermeister, gehörte neben T. Kościuszki (Kościuszki Tadeusza) zu den Führern des Warschauer Aufstandes vom 17.04.1794. Seit 1795 war K. mehrere Jahre in Petersburg eingekerkert. *2