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Bei der
Erweiterung des Straßennetzes im 4. Wohnkomplex Neuberesinchen 1982
erhielt die heutige Wünschstraße den Namen des DDR-Politikers Hermann
Matern. Der gelernte Gerber lebte von 1893 bis 1971, war 1911 Mitglied
der SPD, 1919 der KPD; 1933-45 illegale antifaschistische Tätigkeit,
Einkerkerung, Flucht und Emigration; seit 1946 Mitglied des
Zentralsekretariats bzw. des Politbüros des ZK der SED; seit 1950
Vizepräsident bzw. Stellvertreter des Präsidenten der Volkskammer der
DDR. Die Umbenennung der Straße erfolgte nach der Wiedervereinigung der
beiden deutschen Staaten.
Wünsch, Christian Ernst, Mathematiker, Physiker, Schriftsteller, geb.
31.10.1744 Hohenstein (Sachsen), gest. 28.05.1828 Frankfurt (Oder).
Als Sohn eines Webers erlernte W. den gleichen Beruf wie sein Vater. In
Leipzig studierte und promovierte er zum Doktor der Philosophie und
Medizin. W. erregte Aufsehen und Anstoß durch seine
entmythologisierenden rationalistischen Religionsgeschichtsforschungen.
Er suchte statt nach babylonischen nach ägyptischen Wurzeln des Alten
Testaments und der Messiasidee. Sein 1783 anonym in Halle erschienenes
Hauptwerk „Horus“ wurde in Leipzig auf Befehl des Rates der Stadt
öffentlich vom Henker verbrannt. Er war auch Verfasser der
„Kosmologischen Unterhaltungen für junge Freunde der Naturerkenntnis“
(1770), die u.a. zur Lektüre Heinrich von Kleist´s (Kleiststraße)
gehörten. Der preußische Minister und Kurator der Hochschulen in Preußen
Karl Abraham von Sedlitz berief W. 1784 als Professor für Mathematik,
Physik und Astronomie von Leipzig an die Viadrina nach Frankfurt (Oder).
Professor Wünsch beschloss 1811 die lange Reihe der Rektoren der alten
Viadrina und hatte die Aufgabe, die Überführung nach Breslau zu regeln.
Er galt als ein bedeutendes Mitglied des öffentlichen Lebens der Stadt
(Rede zur Denkmaleinweihung für Herzog Leopold von Braunschweig, Einsatz
für die Errichtung einer Sternwarte). Seine Wohnstätte war das Haus Nr.
19 in der Junkerstraße, heutige Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße,
fast an der Ecke heutige Große Oderstraße. W. verstarb in
Frankfurt (Oder) und wurde auf dem Alten Friedhof (heute Kleistpark)
beigesetzt.
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