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Diese
Straße war im Mittelalter eine der Hauptstraßen. Zwei Drittel der
Wollenweberstraße führen heute noch fast da entlang, wo sie im
Mittelalter ihren zugeteilten Platz erhielt: nämlich direkt vom Gubener
Tor, welches sich etwa an der unteren Gebäudegrenze des Arbeitsamtes
(vormals Energieversorgung) am
Platz der Republik / Ecke
Zehmeplatz befand, bis zur heutigen
Rosa-Luxemburg-Straße.
Die „Tuchmacher“ oder „Wollenweber“ gehörten dem Viergewerk an, jenen
vier Gewerken, die im Mittelalter als die bedeutendsten angesehen wurden
und als erste eine Innung gründen durften. Der Handel mit den Stoffen
wurde vorrangig in der Tuchhalle des Rathauses (heute Galerie Junge
Kunst) abgewickelt. Wenigstens zeitweilig konzentrierten sich die
Tuchmacher auf den Straßenzug, der nach ihnen benannt ist. Über
Jahrhunderte blieb die Tuchmacherei eines der wichtigsten städtischen
Handwerke. Noch 1748 gab es 51 Meister mit 30 Gesellen. Das Gewerbe
blieb zünftig organisiert; eine eigenständige manufakturelle Entwicklung
vollzog sich nicht. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es in dieser
Straße zu besonders starken Zerstörungen. Im 18. und 19. Jh. entstanden
neue Häuser. In den ehemals 86 Häusern der Tuchmacherstraße wohnten und
arbeiteten viele Arbeiter und Wäscherinnen, etliche Gastwirte,
Restaurateure, zwei Bildhauer, ein Droschkenkutscher, ein
Gesindevermieter, ein Drehorgelspieler, eine Wattemacherin,
Wollwarenhändler, Kochmamsells und Handwerker jeder Art. Besonders stark
vertreten waren Schuhmacher, Schuhmachermeister und Gesellen. Im
September 1823 konnte die auf den miteinander verbundenen Grundstücken
Richtstraße 57 (Karl-Marx-Straße) und Tuchmacher- später
Wollenweberstraße 59 errichtete Synagoge eingeweiht werden. Der Eingang
erfolgte über das Vorderhaus in der Richtstraße. Der Platz der Synagoge
wird heute von der Karl-Marx-Straße zwischen dem Oderturm
und dem Brunnencafé eingenommen.
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