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Wimpinastraße

1992

Neuberesinchen
15232

Ernst-Schneller-Straße, 1982

Eine neu geplante und 1982 fertig gestellte Straße im Neubaugebiet Neuberesinchen wurde nach dem 1944 ermordeten Pädagogen und Arbeiterführer Ernst Schneller benannt. S. wurde 1890 geboren, wurde 1920 Mitglied der KPD und war 1924 bis 1929 Mitglied des ZK der KPD; 1930 verhaftet, gehörte er zur illegalen Leitung des Widerstandskampfes im KZ Sachsenhausen. Nach der Wiedervereinigung erfolgte die Umbenennung in Wimpinastraße.

Konrad Wimpina

Konrad Wimpina

Wimpina, Konrad, eigentl. K. Koch, kath. Theologe, geb. um 1460 Buchen/Wimpfen (?), gest. 10.03.1531 (17.05.1531) Benediktinerabtei Amorbach, Franken, wo auch sein Grab ist.
W. (mit bürgerlichem Namen Konrad Koch), studierte seit 1479 in Leipzig. 1481 avancierte er zum Baccalaureus, 1485 zum Magister. Damit begann seine Lehrtätigkeit an der Universität Leipzig. Im gleichen Jahr nahm er sein Theologiestudium auf. Seit 1491 Professor, wurde er 1494 Rektor der Universität in Leipzig, 1492 erlangte er eine Kollegiatur im großen Fürstenkolleg, die ihm finanzielle Unabhängigkeit brachte. 1501 empfing er die Priesterweihe. Am 05.01.1502 erhielt W. durch den päpstlichen Legaten, Kardinal Peraudi, den Doktorhut. W´s vielfältige wissenschaftliche Leistungen, in mehrfach aufgelegten Werken niedergelegt, sowie seine organisatorischen Fähigkeiten bewogen den Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg W. als Gründungsrektor für die neue Universität nach Frankfurt (Oder) zu berufen. W. machte sich um die 1506 gegründete Alma Mater verdient, um ihre Einrichtung und die Organisierung des Studienbetriebes (Anhaltspunkt war die Universität Leipzig, gleich ihr wurde die Viadrina in einer Messestadt angesiedelt, es gelang W., als ersten Rektor, 46 Magister und Doktoren nach Frankfurt (Oder) zu berufen, die Zahl der Erstimmatrikulanten betrug 917, mehr als je eine andere Universität vorher erreicht hatte). Er war selbst einer der führenden Professoren der neuen Hochschule. Zu vermerken ist seine Sorge für soziale Einrichtungen (Stipendien), seine Rektoratserlasse festigten die Universitätsverfassung, er schuf ein solides Fundament. Als theologischer Gegner Luthers, verfasste W. Schriften gegen Luthers Lehre, die 1528 unter dem Titel Anacephaleosis erschienen. W. nahm 1530 als theologischer Berater des Kurfürsten von Brandenburg am Augsburger Reichstag teil und gehörte zu den Mitverfassern der Confutatio, der Widerlegung des Augsburger Bekenntnisses. W. verkörperte als Dominikaner die Geisteshaltung der antireformatorischen Scholastik und unterstützte den an der Viadrina promovierenden Dominikaner und Ablassprediger Tetzel, was letztlich zum Abwandern vieler Studenten nach Wittenberg führte. W. starb am 10.03.1531 im Kloster Amorbach. Mit seinem Vermögen bedachte er Arme und Verwandte seiner Heimat. Er wurde in der Pfarrkirche in Buchen begraben. Ein Denkstein, auf dem er lebensgroß dargestellt ist, befindet sich noch an der Grabstelle. Buchen ehrte das Andenken an W. und benannte den Platz am neuen Rathaus nach ihm, die katholische Kirche Buchens erbaute das Wimpina-Haus.