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Wallensteinstraße

1991

Neuberesinchen
15232

Heinrich-Rau-Straße, 1982

Mit der Heinrich-Rau-Straße erhielt 1982 eine weitere Straße in Neuberesinchen (4. Wohnkomplex) den Namen eines DDR-Politikers. Der gelernte Metallarbeiter lebte von 1899 bis 1961; wurde 1919 Mitglied der KPD; kämpfte gegen den Faschismus u.a. in Spanien; 1948/49 Vorsitzender der Deutschen Wirtschaftskommission, 1949/52 der Staatlichen Plankommission, 1950 Mitglied des Politbüros des ZK der SED, seit 1950 Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates. 1991 wurde die Heinrich-Rau-Straße in Wallensteinstraße umbenannt.
Wallenstein, Albrecht (Wenzel Eusebius) von, Militär, Staatsmann, geb. 24.09.1583 Gut Hermaniz bei Arnau (Böhmen), gest. 25.02.1634 Eger (ermordet).
W. stammte aus dem böhmischen Adelsgeschlecht der Waldstein, wurde bereits mit zwölf Jahren Vollwaise und von seinem Oheim Heinrich von Slavata aufgenommen. Ein 1599 begonnenes Studium an der Nürnberger Akademie in Altdorf musste er wegen gewaltsamer Auseinandersetzungen abbrechen. Entscheidend für seinen Aufstieg wurde seine noch vor 1606 vollzogene Konversion zum Katholizismus und die Heirat mit Lukrezia von Witschkow, die umfangreichen Grundbesitz in die Ehe einbrachte. Als Anhänger Kaiser Ferdinands II. gewann er nach der Niederwerfung des böhmischen Aufstandes 1622 große Ländereien im Nordosten Böhmens. 1625 wurde W. Herzog von Friedland, 1627/28 Fürst von Sagan und 1627/29 Herzog von Mecklenburg, genannt der Friedländer. 1625 stellte W. dem Kaiser ein eigenes Söldnerheer zur Verfügung und erhielt den Oberbefehl über alle kaiserlichen Truppen im Reich. Im April 1626 schlug W. die Armee Herzog Ernsts II. von Mansfeld, 1627 vertrieb er mit Tilly Christian IV. von Dänemark aus Norddeutschland. Die Stadt Frankfurt (Oder) beherbergte W. und seinen Tross 1627 und 1628 in ihren Mauern und musste für die von ihm geforderten mehreren tausend Taler Kriegs- und Verpflegungskosten einen hohen Kredit bei der Stadt Breslau aufnehmen. 1630 erzwangen die Reichsfürsten die Entlassung des zu mächtig gewordenen Friedländers; doch der unaufhaltsame schwedische Vormarsch zwang den Kaiser, ihm 1632 erneut den Oberbefehl mit uneingeschränkter Vollmacht zu übertragen. Wallenstein vertrieb die Schweden aus Süddeutschland und zog sich nach der Schlacht bei Lützen (16.11.1632; Tod von Gustav II. Adolf; Gustav-Adolf-Straße) nach Böhmen zurück. Nach dem Tod des schwedischen Königs gewannen seine Gegner erneut die Oberhand beim Kaiser. Auf die Unterstellung eines geplanten Hochverrats hin, der jedoch nicht bewiesen werden konnte, wurde W. geächtet; fast alle Offiziere (M. Reichsgraf Gallas, J. Gordon) fielen daraufhin von ihm ab. In Eger wurde W. mit seinen letzten Parteigängern von den Obersten Butler und Gordon ermordet. Seine Güter fielen den Anhängern des Kaisers zu.