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Eine von
der Bahnhofstraße in östlicher Richtung abzweigende
Kopfstraße.
Spieker, Christian Wilhelm, Theologe, Schriftsteller, geb. 17.04.1780
Brandenburg (Havel), gest. 10.05.1858 Frankfurt (Oder).
S. war Prof. für Theologie an der Universität Frankfurt (Oder). Mit dem
Weggang der Universität wurde das städtische Schulwesen neu geordnet. In
die 1811 gegründete Schul-Deputation wurde S. als sachkundiges Mitglied
gewählt. Er erwarb sich große Verdienste. Zum Besten der Armenkasse und
des evangelischen Waisenhauses begründete er am 15.01.1811 die erste
Frankfurter Wochenzeitung „Frankfurter Patriotisches Wochenblatt“, die
er redaktionell bearbeitete und herausgab.
Daraus ging später die Frankfurter Oder-Zeitung hervor. Aus der
Armenkasse wurde z.B. die Miete für die sog. Dammvorstadtschule
entrichtet und es wurde die Industrieschule bezuschusst. Er verfasste
Biographien, Reiseschilderungen, Jugendbücher und Gedichte. Mit seiner
Hilfe und der Hilfe der Evangelischen Kirche wurde am 01.10.1835 ein
Verein für die Kleinkinder – Bewahranstalten in Frankfurt (Oder) für die
Kinder armer Leute im Alter von 2 bis 6 Jahre – gegründet. Er hielt die
Festpredigt beim 600-jährigen Stadtjubiläum (1853). Anlässlich seines
50-jährigen Dienstjubiläums (1854) verlieh ihm die Stadt Frankfurt
(Oder) die Ehrenbürgerschaft. Vier Jahr später erliegt er einer kurzen
Krankheit und wird auf dem Friedhof an der
Fürstenwalder Straße,
dem heutigen Kleistpark, begraben. S. war Pfarrer und Superintendent,
Mitglied gelehrter Gesellschaften und Freimaurer. S. setzte sich für
Jahn und sein Turnwesen ein, dessen amtliche Aufsicht er 1817 übernimmt.
Er wirbt für das öffentliche Sparkassenwesen und ist der „Liedertafel“
und der „Singakademie“ ein freundlicher Förderer. Seine Zeitung dient
ihm vor allem auch zur Pflege der Heimatgeschichte. Schon 1816 hatte er
zusammen mit dem Justizrat Bardeleben (Bardelebenstraße)
„den Plan zu einer umfassenden Geschichte Frankfurts entworfen“. Aber es
findet sich eine solche Fülle des Materials in Beständen des städtischen
Archivs, dass die beiden vor den Kosten des auf drei starke Bände
geschätzten Werkes zurückschrecken. So legt Spieker in sehr gedrängter
Form die Ergebnisse seiner Forschungen erst in seiner 1853 zur
Sechshundertjahrfeier erscheinenden „Geschichte der Stadt Frankfurt an
der Oder“ nieder. Hier, wie in der „Geschichte der Marienkirche“ hat er
wertvolle heimatwissenschaftliche Kenntnisse überliefert.
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