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Die Lienaustraße, in bevorzugter Lage im Nordwesten der Stadt
Luisenstraße und
Bergstraße verbindend, trägt ihren Namen zu Ehren des verdienten Altertumsforschers unseres Bezirkes, wobei sich die Familie insgesamt um Frankfurt (Oder) verdient gemacht hat.
Lienau, Michael, Weinhändler (1780 – 1861)
Lienau, Michael Louis (1811-1885)
Ehemann von Sophie Lienau
Lienau, Sophie, geb. Wegener, geb. 27.06.1818 Frankfurt (Oder), gest. 13.01.1877 Frankfurt (Oder).
Nach ihr wurde die Sophienstraße benannt.
Lienau, Michael Martin, Weinhändler, Prähistoriker, geb. 11.01.1857 Frankfurt (Oder), gest. 26.08.1936 Frankfurt (Oder).
Bis ins 17. Jh. lässt sich der Stammbaum der holsteinischen Familie Lienau zurückführen. Michael Lienau kam 1804 als Weinhändler nach Frankfurt (Oder), 1809 eröffnete er seine eigene Weinhandlung in der Oderstraße 15, einem Patrizierhaus. Dieses Haus, 1788 erbaut und 1816 durch Kauf an Lienau gekommen, diente der Familie Lienau etwa 100 Jahre als Weingroßhandel. Nachdem die Firma 1904 erlosch, überließ der Enkel das Haus der Frankfurter Museumsgesellschaft. Das „Lienauhaus“ nahm das lange geplante Heimatmuseum auf. Das Museum wurde später in „Oderlandmuseum“ umbenannt. Diesem Zweck diente es bis zu seiner Zerstörung 1945.
1857 wurde Michael Martin Lienau in diesem Hause geboren. Wenige Jahre später übersiedelte die Familie in das Landhaus in der
Halben Stadt, welches durch den Berliner Baumeister Cantian um 1835 errichtet worden war. Lenné hatte den Park (Lienaupark, südlich des
Poetensteiges) geschaffen, der das Haus umgab. Es wird von dem schlichten und einfachen Sinn im Haus erzählt, das der Pflege der schönen Wissenschaften und Künste gastlich geöffnet war, und in dem namenhafte Gelehrte und Künstler ein- und ausgingen. L. erlernte den Kaufmannsberuf. Mit dem Erlöschen der Firma 1904 begann der fast Fünfzigjährige mit dem Studium der Archäologie. 1923 wurde L. „als Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer für den Pflegschaftsbezirk Frankfurt a. d. Oder“ bestellt. Das väterliche Vermögen zerrann und es kam im Jahre 1923 ein Vertrag zustande, der den schönen und umfangreichen Besitz der Stadt übereignete und den alten Gelehrten zum Städtischen Altertums- und Kunstpfleger auf Lebenszeit bestellte. So konnte Lienau, vor Not geschützt, seine reichen Kenntnisse weiterhin in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Seine Verdienste um die Frankfurter Geschichtsforschung finden auch heute noch Anerkennung. In städtischen Besitz ging damals eine Biedermeierbibliothek und seine Studienbibliothek von mehreren 1000 Bänden über. Beide Bibliotheken sind erhalten und gehören zum Bestand des Stadtarchivs.
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