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Mit dem Bau des Wohnkomplexes „Kopernikusstraße“ für 7000 Bewohner im Stadtteil Süd wurde 1969 begonnen. Die Straßen dieses Wohngebietes erhielten Namen von Kosmonauten oder Personen, die sich der Astronomie widmeten, hier: Konstantin-Ziolkowski-Allee. Dieses Wohngebiet wird deshalb auch „Kosmonautenviertel“ genannt.
Siehe auch: Alexej-Leonow-Straße,
Bruno-H.-Bürgel-Straße (1988),
Johannes-Kepler-Weg,
Juri-Gagarin-Ring,
Kopernikusstraße,
Kosmonautensteig,
Pawel-Beljajew-Straße,
Valentina-Tereschkowa-Straße und
Wladimir-Komarow-Eck.
Ziolkowski, Konstantin Eduardowitsch, Mathematiker, geb. 17.09.1857 Ischewskoje, gest. 19.09.1935 Kaluga.
Im Alter von zehn Jahren verlor Z. fast völlig das Gehör. Dadurch wurde ein Schulbesuch unmöglich, erst mit 14 Jahren begann er ein umfassendes Selbststudium. Schon in dieser Zeit baute er allerlei Spielzeug, das er später bis zu gut durchdachten Konstruktionen von kleinen Maschinen ausbaute. Mit 16 Jahren begann er ein Studium in Moskau. Seine Schwerhörigkeit erlaubte es ihm aber kaum an Vorlesungen teilzunehmen. So eignete er sich sein Wissen autodidaktisch an. 1879 legte Z. das Volksschullehrerexamen ab und wurde als Mathematiklehrer angestellt. 1881 arbeitete Z. die Grundlagen der kinetischen Gastheorie aus und schickte diese an die Petersburger Physikalisch-Chemischen Gesellschaft. Er musste sich allerdings mitteilen lassen, dass diese Erkenntnisse nichts Neues mehr waren. Mit seinen Untersuchungen zum Thema „Mechanik des tierischen Organismus“ erregte er jedoch erneut Aufsehen und wurde zum Mitglied der Physikalisch-Chemischen Gesellschaft ernannt. Ab 1892 unterrichtet Z. in Kaluga als Physiklehrer. Hier baut er einen Windkanal, in dem er die Stromlinie als die aerodynamisch günstigste Form für Flugkörper herausfindet. 1903 erscheint seine Abhandlung „Erforschung des Weltraums mit Reaktionsapparaten“, welche als erste wissenschaftliche Veröffentlichung auf dem Gebiet der Weltraumfahrt angesehen werden kann. Ziolkowski veröffentlichte hier die Formel für die ideale Höchstgeschwindigkeit einer Rakete, die heute allgemein als Grundgleichung der Raketentechnik bezeichnet wird. Außerdem enthielt die Abhandlung einen Entwurf über eine Rakete großer Reichweite.
In zahlreichen weiteren Veröffentlichungen legte Ziolkowski die theoretischen und technischen Grundlagen für die moderne Raumfahrt. Er erkannte auch, dass die bekannten festen Treibstoffe für Raketen ungeeignet waren, und entwarf so Raketen, die mit flüssigen Treibstoffen arbeiten sollten. Außerdem beschäftigte er sich mit der Steuerung, mit der Unterbringung der Besatzung, mit der Zuführung des flüssigen Treibstoffs und der Kühlung der Brennkammern.
In seinem 1929 veröffentlichten Werk „Kosmische Raketenzüge“ legt er seine Gedanken zu Mehrstufenraketen nieder. Danach sollten die „ausgebrannten“ Raketenteile automatisch abgeworfen werden und somit die Masse der Rakete verringert werden, um die notwendigen Geschwindigkeiten erreichen zu können.
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