|
Eine Straße im 2. Wohnkomplex Neuberesinchen, die 1978 nach dem tschechisch-slowakischen Arbeiterführer und Staatsmann benannt wurde.
Gottwald, Klement, 1896-1953; 1921 Mitbegründer, 1929 Generalsekretär der
KP Tschechiens; seit 1938 an der Spitze der nach Moskau emigrierten Leitung der
KP Tschechiens; ab 1945 Stellvertretender Ministerpräsident der Tschechischslowakischen Republik.
Wachsmann, Konrad, Architekt, geb. 16.05.1901 Frankfurt (Oder), gest. 24./25.11.1980 Los Angeles.
W. wurde als Sohn eines Apothekers in Frankfurt (Oder) geboren und wohnte in der Bischofstraße 15 (Gedenktafel). W. besuchte das Realgymnasium (heutiges Karl-Liebknecht-Gymnasium) in der
Wieckestraße. Er lehnte sich gegen die Paukschule auf und verließ das Gymnasium nur mit der Tertia. W. nahm nun eine Lehre bei der Bau- und Möbeltischlerei Münich in Frankfurt (Oder) auf. Nach der Ausbildung zum Tischler und Zimmermann studierte er 1922/23 an der Kunstgewerbeschule in Berlin, 1923-24 bei Heinrich Tessenow in Dresden und 1924-26 bei Hans Poelzig an der Berliner Akademie, wurde Chefarchitekt einer Holzbaufirma und betrieb 1929-32 ein eigenes Architekturbüro in Berlin, 1934-38 in Rom. Seit 1938 in Frankreich ansässig, kämpfte er im Zweiten Weltkrieg auf französischer Seite, emigrierte 1941 in die USA und baute mit Walter Gropius, dem Begründer des Bauhauses, die erste Fabrik zur industriellen Herstellung von Holzwohnhäusern auf. 1942 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an und entwarf eine Röhrenkonstruktion für Flugzeughallen („Mobilar Structure“). 1950-56 war er Professor am Institute of Design des Illinois Institute of Technology in Chicago und wurde Direktor des Department of Advanced Building Research. Seit 1965 lehrte er an der University of Southern California in Los Angeles Architektur. In den Vereinigten Staaten verwirklichte Wachsmann zusammen mit Walter Gropius seine Architektur- und Baukonzeption. W. war ein Wegbereiter des industrialisierten Bauens. Dreimal in seinem Leben sorgte dieser deutsch-amerikanische Architekturprofessor für internationales Aufsehen: Er baute 1929 Einsteins Sommerhaus in Caputh bei Potsdam, schrieb das weltbekannt gewordene Buch „Wendepunkt des Bauens“ und entwickelte ein Fertigteileigenheim, das als „Nachkriegstraumhaus“ der Durchschnittsamerikaner in die Bau- und Sozialgeschichte der USA einging. In der internationalen Architektur- und Bauwelt hat sich Wachsmann als überaus ideenreicher Mann einen Namen gemacht. Er war in den Hörsälen in Moskau und New York ebenso Gastprofessor wie in Paris und Tokio. 1980 verstarb er in den USA. Seine Urne wurde nach Frankfurt (Oder) überführt. Die letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof. Frankfurt (Oder) kann auf einen Wachsmannbau verweisen: das seit 1998 denkmalgeschützte sog. Holzhaus des Lutherstiftes.
|