|
Als neu entstandene Straße im 3. Wohnkomplex Neuberesinchen erhielt die heutige Klabundstraße 1978 den Namen
Palmiro Togliatti.
Der italienische Arbeiterführer lebte von 1893 bis 1964; 1921 Mitbegründer der KP Italiens, seit 1937 deren Generalsekretär; 1935-1943 Mitglied des Sekretariats der Kommunistischen Internationale; 1936-1939 Organisator der Internationalen Brigaden in Spanien; 1944-1946 Stellvertretender Ministerpräsident und Justizminister.
Klabund, eigentlich Alfred Henschke, Schriftsteller, geb. 04.11.1890 Crossen (Oder), gest. 14.08.1928 Davos (Schweiz).
Der Sohn eines Apothekers, der bereits mit 16 Jahren an Tuberkulose erkrankte, besuchte in Frankfurt (Oder) das Friedrichsgymnasium in der
Gubener Straße. Während dieser Zeit unterhielt er enge Freundschaft mit Gottfried Benn
(Gottfried-Benn-Straße). Nach dem Studium der Philosophie und Literatur lebte K. als freier Schriftsteller in München, Berlin und in der Schweiz. Durch seine schwere Krankheit gezeichnet, entwickelte er sich zu einem rastlos Schreibenden. Aus Zusammensetzung von Klabautermann und Vagabund soll sein Pseudonym entstanden sein. Klabunds Werk, seiner stark erotischen und pazifistisch-sozialistischen Themen wegen häufig angegriffen, steht zwischen Impressionismus und Expressionismus. Seit 1912 veröffentlichte er 76 Bücher, darunter Gedichtbände, Romane, Dramen und Nachdichtungen fernöstlicher Lyrik. Auf den populären Schriftsteller der 20er Jahre geht u.a. eine Bearbeitung des chinesischen Dramas „Der Kreidekreis“ (1925) zurück, den Bertolt Brecht als Vorlage für seinen Kaukasischen Kreidekreis nutzte. 1913 wurde er wegen der Veröffentlichung angeblich unsittlicher Texte angeklagt; nach dem Ersten Weltkrieg stand er wegen „Vaterlandsverrats“ und „Majestätsbeleidigung“ vor Gericht. Romane: „Moreau“ (1916), „Mohammed“ (1917), „Bracke“ (1918), „Franziskus“ (1921), „Borgia“ (1928), „Rasputin“ (herausgegeben1929). Lyrik: „Die Tage dämmern“ (1913), „Die Himmelsleiter“ (1917), „Der himmlische Vagant“ (1919), „Dreiklang“ (1920), „Die Harfenjule“ (1927).
|