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Goepelstraße

1992

Nord, Lebuser Vorstadt
15234

Karl-Marx-Straße, 1953
Goepelstraße, 1920
Chausseestraße, 1846
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Heino Goepel - Relief am Marienbad, Dresdener Straße

1901, am 20. Oktober, wurde an der einstigen „Chausseestraße“ das neue städtische Krankenhaus eröffnet. Den dazugehörenden Park legte die Firma Jungclaussen (Jungclaussenweg) an. Bereits 1920 wurde diese Straße erstmals nach dem Geheimen Sanitätsrat Dr. Heino Goepel benannt. Das in der zweiten Hälfte der 20er Jahre des 20. Jh. erweiterte Krankenhaus war nach 1945 sowjetisches Militärlazarett. Nunmehr dient der Gebäudekomplex neben dem Rathaus als weiteres Stadthaus. 
In dieser Straße wurde 1865 von Carl-August Koehlmann eine Stärkezucker- und Sirupfabrik gegründet, die zu einem der größten Frankfurter Betriebe wurde. Heute sind auf dem „Koehlmannhof“ genannten Areal Autohäuser und mehrere Logistik- und Dienstleistungsfirmen angesiedelt. 
Goepel, Heino, Mediziner, Geheimer Sanitätsrat, geb. 01.11.1833 Eisenach, gest. 03.06.1896 Frankfurt (Oder).
G. lebte in Frankfurt (Oder) von 1856 bis zu seinem Tode. Sein Wirken begann als junger Augenarzt. Dr. Goepel wohnte in der Forststraße 7, heute Nr. 2. Nach zehn Jahren als Augenarzt bewarb sich G. um die vakante Stelle des Armenarztes der Stadt Frankfurt (Oder) und erhielt sie auch im Jahre 1866. In dieser Stellung wuchs sein sozialkritisches Interesse. Er führte 1876-85 eine Studie zu den unterschiedlichen Sterbequoten an Tuberkulose, je nach Sozialstatus der Wohngegend im Vergleich zu anderen Städten gleicher Größe – wobei Frankfurt (Oder) im Mittelfeld lag, durch. Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, der Schuldeputation, der Gursch´schen Gestift-Deputation und anderen Körperschaften wurde er wirksam. So war er Mitglied des „Vereins für das Wohl der arbeitenden Klassen“, Begründer von Ferienkolonien, Verpflegungsstationen und Kaffeeschänken. Der mit 63 Jahren verstorbene Arzt verfügte letztwillig ein Legat zur „Gründung und Unterhaltung eines Hauses für unbemittelte kranke Kinder zum Zweck ihrer Kräftigung durch Land- und Waldluft“ und ein weiteres Legat an die Stadtgemeinde Frankfurt (Oder) mit der Bestimmung zur Anlage von Volksbadeanstalten. Es wurden drei Bäder eingerichtet, die Marienbäder, benannt nach dem Vornamen von Dr. Göpels Frau. 1905 wurde das Marienbad 2 inmitten des Arbeiterviertels, am Leipziger Platz / Dresdener Straße, in dem zur damaligen Zeit in den Wohnungen kaum Badeeinrichtungen vorhanden waren, der Öffentlichkeit übergeben. Zwei weitere Volksbäder entstanden auf dem Topfmarkt und am Roßmarkt in der Dammvorstadt, dem heutigen polnischen Slubice. Am Marienbad 2, ist eine Erinnerungstafel folgenden Textes angebracht: „Dr. med. Heino Goepel, geboren 1. November 1833, gestorben 3. Juni 1896, war seit 1856 als Augenarzt in unserer Stadt tätig und wegen seiner humanistischen Bestrebungen sehr beliebt. Dr. Goepel stiftete soziale Einrichtungen unter anderem in Frankfurt (Oder) das erste Volksbad.“