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Carl - Philipp - Emanuel - Bach - Straße

1965

Zentrum
15230

Stresemannstraße, 1948 (Holzmarkt bis Große Scharrnstraße)

Junkerstraße, 1846 
Junker Strasse, 1809
Juncker-gaße, 1706 

Juncker Gasse, 1683 (Holzmarkt bis Große Oderstraße)
Gybellgaß, 1594
Giebel Gaß, 1567

Am Ringe, 1683 (Große Oderstraße bis Große Scharrnstraße)
Am Ringe, 1594
Am Rinnge, 1567

 

Städtische Museen Junge Kunst und Viadrina im ehemaligen Junkerhaus, 2001 «« Städtische Museen Junge Kunst und Viadrina im ehemaligen Junkerhaus, 2001

Diese Straße ist, schon von Alters her im Zentrum gelegen, geschichtsträchtig. Die Münze hatte hier von 1369 bis 1660 ihren Sitz. Bis zum 16. Jh. Giebelgasse, dann nach den an der Universität Viadrina studierenden Prinzen (Junkern, Jungherren) genannt, die im „Fürstenhause“ (Junkerhaus), seit 1969 Museum Viadrina (jetzt Städtische Museen Junge Kunst und Viadrina), wohnten. Das Haus Nr. 10, dem Junkerhaus gegenüber, war ein sog. Gesellenhaus, das im Volksmund als das „Haus zu den Herbergsschildern“ bekannt war (die Schmiedekunst des 17. und 18. Jh. brachte phantasievoll und kunstreich gestaltete Schildausleger hervor).
1948 erhielt diese Straße vom Holzmarkt bis zur Großen Scharrnstraße den Namen Stresemannstraße. Stresemann war in der Weimarer Republik zeitweise Reichskanzler und Reichsaußenminister. Offiziell besuchte er auch zweimal Frankfurt (Oder): Am 7. April 1918, der Erste Weltkrieg ging in sein entscheidendes Stadium, sprach er in der Aula des Realgymnasiums, dem heutigen Karl-Liebknecht-Gymnasium in der Wieckestraße. Am 6. Dezember 1924, als Reichsaußenminister, trat er anlässlich einer Wahl in der Turnhalle des „Turnvereins von 1860“ auf.

Bach, Carl Philipp Emanuel, der sogenannte „Berliner“ oder „Hamburger Bach“, Komponist, geb. 08.03.1714 Weimar, gest. 14.12.1788 Hamburg.
B. erhielt Unterricht in Klavier- und Orgelspiel sowie Komposition von seinem Vater Johann Sebastian. Obgleich B. eine Musikerlaufbahn anstrebte, nahm er am 01.10.1731 ein Jurastudium in Leipzig auf und wechselte 1734 an die hiesige Universität. 1738 siedelte B. nach Berlin über, wo Kronprinz Friedrich von Preußen (Friedrich der Große) auf ihn aufmerksam wurde. Nach dessen Regierungsantritt 1740 wurde B. in die Hofkapelle als Cembalist und Kammermusiker aufgenommen. B. fand Zeit zum Unterrichten, wovon eine Reihe didaktisch ausgerichteter Werke, hierunter der „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“, zeugen. B. nahm im außerhöfischen Konzertleben Berlins als Komponist und Instrumentalist eine zentrale Rolle ein. Hierfür schuf er die Mehrzahl seiner etwa 60 Konzerte und Sonatinen für ein oder zwei Cembali und Orchester, zahlreiche Kammermusikwerke und etwa ein Dutzend Sinfonien. In die Berliner Zeit fallen auch fast 160 Klaviersonaten, die in Drucken und Abschriften weite Verbreitung fanden. B. heiratete 1744 Johanna Maria Dannemann, Tochter eines Berliner Weinhändlers. Seit 1755 wandte sich B. verstärkt dem Kreis um Anna Amalia von Preußen und ihrem Musiklehrer Kirnberger zu. Am 03.10.1767 wurde B. zum Nachfolger seines im Alter von 87 Jahren verstorbenen Paten Georg Philipp Telemann als Musikdirektor der hamburgischen Hauptkirchen gewählt und trat sein neues Amt Ostern 1768 an. Anna Amalia ernannte ihn bei seinem Abschied aus Berlin zum Kapellmeister (ohne Dienstverpflichtungen). In Hamburg war B. für die gesamte Kirchenmusik an den fünf Hauptkirchen mit jährlich etwa 120 Veranstaltungen verantwortlich.