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Gedenk- und Dokumentationsstätte
"Opfer
politischer Gewaltherrschaft" 1930 – 1945 / 1945 – 1989 |
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Collegienstraße
10
15230 Frankfurt (Oder)
Tel. (0335) 6802 712
Fax: (0335) 401 56 - 11
Öffnungszeiten:
Dienstag und Donnerstag: 10.00 bis 17.00 Uhr
Mittwoch und Freitag: nach Voranmeldung
Der Besuch
der Gedenk- und Dokumentationsstätte ist kostenlos.
Führungen sind nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten
möglich. |
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Das Hauptanliegen der
Gedenk- und Dokumentationsstätte "Opfer politischer
Gewaltherrschaft" ist es, die Schicksale von Personen zu
dokumentieren und öffentlich zu machen, die durch ihre politische
Überzeugung, durch ihren Glauben, durch ihre Rasse, ihr
widerständiges Verhalten oder einfach nur auf Verdacht hin in die
Lager kamen bzw. in die Mühlen der politischen Strafjustiz gerieten.
Weitere Ausstellungen werden von der Außenstelle Frankfurt (Oder)
der Bundes-beauftragten für die Unterlagen des
Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gezeigt. |
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Die Gedenkstätte befindet sich in einer der ältesten
Strafvollzugsanstalten der Mark Brandenburg. Schon am Ende des 18.
Jahrhunderts existierte auf dem Gelände ein so genanntes
Arbeitshaus. Im Jahre 1812 entstand ein Polizei- und
Gerichtsgefängnis, das im Laufe der Zeit mehrfach bauliche
Erweiterungen erfuhr. Nach 1933 übernahm die Gestapo das Gefängnis
und nahm dort auch Hinrichtungen vor.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nutzten sowjetische
Sicherheitsorgane das Gefängnis zuerst als Internierungs-, später
als Etappengefängnis. Etwa 1950 wurde die Einrichtung vom
Ministerium für Staatssicherheit (MfS) übernommen, die das Gebäude
bis 1969 als Untersuchungshaftanstalt (UHA) führte. In den Jahren
1950 bis 1952 war das Gefängnis auch Hinrichtungsstätte. Nach der
Fertigstellung eines Neubaus in der Otto-Grotewohl-Straße 53 (heute:
Robert-Havemann-Straße 11) zog das MfS dorthin und übergab das alte
Gebäude in der Großen Oderstraße 67 (Collegienstraße 10) der
Volkspolizei (Ministerium des Innern), die das Gefängnis bis zum
Ende der DDR weiter als UHA führte.
Nach der politischen Wende wurde das Gebäude in zwei Etappen
(1990/2001) für die Frankfurter Musikschule und die Stadt- und
Regionalbibliothek hergerichtet.
In einem Zellentrakt im Erdgeschoss des Erweiterungsbaues aus dem
Jahre 1899 entstand die Gedenk- und Dokumentationsstätte, die am 17.
Juni 1994, dem 41. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR eröffnet
wurde. Die Gedenkstätte dokumentiert Schicksale von Personen, die
wegen persönlichem Mut, widerständigem Verhalten, politischer
Überzeugung, durch ihren Glauben, durch ihre Rasse oder einfach nur
auf Verdacht in das Räderwerk der politischen Strafsysteme des
„Dritten Reiches“, der sowjetischen Besatzungsmacht und der
SED-Herrschaft gerieten. |
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Die Initiative zum Aufbau der Gedenkstätte ging von einer 1990
gebildeten Arbeitsgruppe des Runden Tisches in Frankfurt (Oder) aus.
Die Arbeitsgruppe setzte sich für die Rehabilitierung der Opfer der
Diktatur in der SBZ/DDR ein. Bei der inhaltlichen Ausgestaltung der
Ausstellung wirkten Opfer des Stalinismus mit. Seit einem
Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Frankfurt (Oder) und der
Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) im Januar 2004
betreibt die BStU die Gedenkstätte, während die Stadt weiter Träger
der Einrichtung ist. Das Städtische Museum Viadrina verantwortet die
Darstellungen zur NS-Zeit, die BStU die Informationen zu der Zeit
nach 1945.
Die Gedenk- und Dokumentationsstätte widmet sich im Rahmen der
Dauerausstellung besonders der Internierungspraxis und
Strafverfolgung in der NS-Zeit, der SBZ und der DDR. Die
Gedenkstätte besteht aus einem Fünfzellentrakt: Zelle 1 (NS-Zeit:
1933 – 1945); Zelle 2 (Nachkriegszeit: 1945 – 1950); Zelle 3
(politische Strafjustiz der DDR: 1949 – 1989); Zelle 4
(Ausstellungsraum Haftzelle: um 1960) und Zelle 5 (Arrestzelle).
Darüber hinaus werden Filmvorführungen angeboten.
Am 23. März 2006 wurde in den Räumen der Gedenkstätte eine neue
mehrsprachige Dauerausstellung unter dem Titel „Eingesperrt…
Untersuchungshaft bei der Staatssicherheit in Frankfurt (Oder)“
eröffnet. Anhand von Texten, Dokumenten, Fotos und Grafiken wird
über die Zustände in der UHA Frankfurt (Oder) informiert. Auf einer
Prologtafel und vier Säulen mit insgesamt 16 Ausstellungsflächen
werden Einzelschicksale früherer Häftlinge dargestellt sowie Fotos
von der UHA nach ihrer Schließung 1990 gezeigt. |
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