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Die Stuckdecken im Junkerhaus
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Die für Frankfurt und die
Region einzigartigen Stuckdecken vom Ende
des 17. Jh. werden erläutert, Stuck, Stuckateure und
das alte Handwerk vorgestellt.
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Die Stuckdekorationen im Junkerhaus
Im Junkerhaus haben sich insgesamt 13 Stuck-decken erhalten. Im
zweiten Obergeschoss wurden zudem Reste einer Decke sichergestellt.
Überdies hat sich in dem zur Oder hin ausgerichteten Anbau, dem sog.
Oderpavillon, der Stuckdekor zweier Kamine erhalten.
Die Stukkaturen des Junkerhauses zeigen sehr unter-schiedliche
Dekorationstypen. Eine strenge Unter-scheidung nach den drei uns
bekannten Werkstätten erweist sich bis heute als schwierig. Einig
ist man sich bei den Decken des Oderpavillons, die wohl von der
Werkstatt Giovanni Simonettis gefertigt wurden.
Die Stuckarbeiten wurden 1682 begonnen und zogen sich vermutlich bis
ins Jahr 1690.
Während der Ausstattungsarbeiten trat ein Besitzer-wechsel ein. Nach
dem Tod des Großen Kurfürsten am 9. Mai 1688 übernahm sein Sohn
Friedrich III., der spätere König Friedrich I., das Gebäude. Zu
diesem Zeitpunkt waren die Arbeiten im Haus noch nicht beendet. An
der Decke des „Kurfürstlichen Saals“ im 1. Obergeschoss des
Oderpavillons erscheinen seine Initialen (F III) als Radmonogramme.
Sie unterstrei-chen zusammen mit dem brandenburgischen Adler und dem
Kurstab die repräsentative Funktion dieses Raumes.
Nach drei Jahrhunderten befanden sich die Junker-haus-Decken Ende der
1980er Jahre in bedürftigem Zustand. Die Schäden waren sowohl durch
ungünstige Witterungsverhältnisse und Bewegungsprozesse als auch
durch mehrfache „Reparaturen“ und Überma-lungen bedingt. Dank der
umfangreichen Restaurie-rungsarbeiten im Zeitraum von 1987 bis
Herbst 2002 konnten die Decken konserviert und heute dem Besucher
wieder in ansehnlichem Zustand präsentiert werden. Für die
Ausführung der Restaurierung zeichnet die Firma Ulrich-Christian
Müller, Fachbetrieb der handwerklichen Denkmalpflege,
Frankfurt (Oder), verantwortlich. |
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Drei Italiener in Frankfurt: Belloni, Tornielli, Simonetti
Als der Große Kurfürst (1640-1688) im Jahr 1681 das Junkerhaus
übernahm, enga-gierte er eigens italienische Stukkateure für die
Ausstattung der Räume. Namentlich bekannt sind drei „stuccatori“:
Am 26. August 1682 unterzeichnete Giovanni Battista Tornielli den
Vertrag. Am 27. März 1683 wurde Giovanni Simonetti beauftragt. Ein
Kontrakt mit Giovanni Belloni hat sich nicht erhalten, doch war auch
er nachweislich seit Juni 1683 im Junkerhaus tätig. Alle drei
besaßen bereits einen Ruf, als sie vom Kurfürsten verpflichtet
wurden. So waren Tornielli und Belloni in den 1670er Jahren an der
Ausstattung des herzoglichen Schlosses und der zugehörigen St.
Marienkirche im niedersächsischen Celle beteiligt - Aufträge von
großem Umfang und Prestige.
Der bekannteste der drei Künstler war Giovanni Simonetti. Er wurde
1652 in Rovereto, in den Tessiner Alpen, geboren und starb 1716 in
Berlin. Nach einigen Arbeiten in Prag und Breslau war er seit 1680
in der Mark Brandenburg an zahlreichen Aufträgen beteiligt.
Simonetti war nicht nur als Stukkateur, sondern auch als Baumeister
tätig. 1682 berief ihn der Große Kurfürst nach Berlin, wo er
brandenburgischer Hofstukkateur wurde. Ein Jahr später folgte seine
Ernennung zum Hofmaurermeister. Simonetti zählte zu den
vielbeschäftigtsten Stukkateuren im Gebiet zwischen Oder und Elbe.
Leider hat sich von seinen Arbeiten wenig erhalten. Umso wichtiger
sind die Stuckdekorationen des Junkerhauses, die Zeugen seiner
werkstattspezifischen Dekorationsform sind und neben denen von
Belloni und Tornielli zu den technisch und künstlerisch
qualitätsvollsten der Region zählen.
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