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Bürgerliches Interieur des 18.
Jahrhunderts
Interieurräume sind selten in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten
geblieben.
Mit Hilfe von bildkünstlerischen Darstellungen aus vergangenen
Jahrhunderten können Inneneinrichtungen nachgestaltet werden und
den jeweiligen Zeitcharakter in Ausstattung und Stil der Möbel
widerspiegeln.
Mit der Einbeziehung des Mobiliars in die räumliche Ordnung lassen
sich Gebrauchswert und Bedeutungsinhalt bestimmen.
Im Junkerhaus wohnten zeitweilig Professoren der Viadrina.
Bei der Gestaltung des barocken Interieurs konnte nicht auf
originales Inventar aus dem Junkerhaus zurückgegriffen werden, da
keine Gegenstände mehr vorhanden sind. Ausgehend von der Kenntnis
der Nutzung des Hauses und dem Hinweis, dass Professoren der
Viadrina, die im Junkerhaus logierten, möbliert wohnten, ist der
Versuch einer Rekonstruktion unternommen worden.
Das Mobiliar stammt zum überwiegenden Teil aus Frankfurt (Oder) und
entspricht sowohl dem für Brandenburger Herrenhäuser und Schlösser
als auch dem in wohlhabenden Bürgerhäusern gebräuchlichen Barock.
Die Universitätsprofessoren, die hier untergebracht waren, nutzten
einen solchen Raum als Wohnraum, Speisezimmer, Arbeitszimmer und
nicht zuletzt als Ort für Disputationsübungen.
Die Lehrveranstaltungen in den privaten Räumen, so genannte
Privatissima, waren eine sehr gebräuchliche Form einer Art Vorlesung
und Seminar, die von einer kleinen Anzahl von Studenten besucht
wurden. Dafür erhoben die Professoren eine Extragebühr und in den
Wintermonaten zusätzlich Holzgeld von den Teilnehmern. |